Nun werden Maßnahmen in den Bundesländern gesetzt, damit das Wohnen wieder leistbar wird. Neben einer Sanierungsoffensive soll auch bei den Zinsen geholfen werden. Ein Rechenbeispiel soll die Förderung verdeutlichen.
84 Millionen Euro – so viel entfällt auf beispielsweise auf Tirol von der bundesweiten „Wohnbaupaket-Milliarde“. In erster Linie möchte die Tiroler Landesregierung damit die eigenen vier Wände für die Bevölkerung finanzierbarer machen. 54 Prozent seien schon im Eigenheim – nun sollen auch die Jungen darauf eine Perspektive bekommen. Neben neuen Wohnungen fließt das Geld auch in eine Sanierungsoffensive (dafür gibt es 15 Millionen Euro) sowie eine Zinsstütze für Kredite.
Jeder junge Mensch in Tirol muss die Perspektive haben, sich Eigentum zu schaffen. Nur so werden wir die Leistungsbereitschaft in unserem Land aufrechterhalten können.
LH Anton Mattle (ÖVP)
Jährlich bis 2028 eine Förderung von 1,5 Prozent
Bis zum 31. März 2025 möchte das Land allen, die sich mittels Kredit ein Eigenheim finanzieren möchten, eine Zinsunterstützung von 1,5 Prozent ermöglichen. Eine Antragstellung ist ab 1. September unter Einhaltung der Förderkriterien möglich. Die Fördernehmer schließen ihre Kredite bei einer Bank ab und bekommen nach Antragstellung im Rahmen der Wohnbauförderung bis 2028 jährlich eine Unterstützung von 1,5 Prozent der Kreditsumme (Mindestkreditsumme 50.000 Euro, Förderung bis zu einer maximalen Kreditsumme von 200.000 Euro). Bei einer Kreditsummer von 200.000 Euro ergibt dies zusätzlich zur Wohnbauförderung einen Zinszuschuss in Höhe von 3000 Euro pro Jahr und insgesamt 12.000 Euro bis 2028.
Das Land gibt ein Rechenbeispiel vor: Angenommen, man kauft sich eine 75 Quadratmeter-Wohnung um 326.000 Euro (also rund 4350 pro Quadratmeter Nutzfläche), würde die Finanzierung wie folge ausschauen: Wohnbauförderungskredit: 146.250 Euro mit einer Effektivverzinsung von 0,8% auf 37,5 Jahre Laufzeit; Zuschuss energiesparende Maßnahmen: 9750 Euro; Eigenmittel: 60.000 Euro und ein Bankkredit 110.000 Euro.
Bei einem Bankkredit von 110.000 Euro wäre der Zuschuss des Landes von 1,5 Prozent 1650 Euro pro Jahr. Bis Ende 2028 käme man insgesamt auf 6600 Euro.
Rund 42 Millionen sind dafür vorgesehen. Der größte Brocken entfällt mit 66 Millionen Euro auf den Bau des Wohnraums. 530 Wohnungen können damit gebaut werden. Die Hälfte sei für Eigentum bzw. Mietkaufmodelle vorgesehen, die andere Hälfte für Mietwohnungen, wie auf der Pressekonferenz mitgeteilt wurde. Dort kritisierte LH Anton Mattle (ÖVP) erneut die KIM-Verordnung – ein Eigenmittelanteil 20 Prozent, nicht länger als 35 Jahre Laufzeit, Rückzahlungsrate darf 40% des verfügbaren Nettohaushaltseinkommens nicht übersteigen.
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