Enzo Diessl ist eines der größten Talente in der Leichtathletik, das Österreich jemals gesehen hat. Der Hürdenläufer qualifizierte sich in seinem ersten Jahr in der allgemeinen Klasse bereits für Olympia. Realistische Medaillenchancen sieht der 20-Jährige jedoch erst in vier Jahren.
„Einige Zeit hat es schon gedauert, bis ich alle Nachrichten beantworten konnte“, grinst Enzo Diessl. Mit gerade einmal 20 Jahren und überhaupt im ersten Jahr bei der allgemeinen Klasse schaffte der Hürdenläufer auf Anhieb den Sprung zu Olympia. „Das ist natürlich sehr cool, das schon mit 20 zu schaffen. Auch, weil die Karrierezeit eines Sportlers begrenzt ist. Und die nächste Chance gäbe es erst in vier Jahren.“
Geburtstag: 6. Juni 2004
Geburtsort: Villa Ocampo in Argentinien
Wohnort: Graz und Leibnitz
Sportart: Leichtathletik, 110 Meter Hürden
Verein: SU Noricum Raiba Leibnitz
Beruf: Heeressportler
Erfolge: U20-Europameister in Jerusalem (2023), Sieg bei der Balkan-Meisterschaft in Izmir (2024), Halbfinale bei der EM in Rom (2024), Fünfter bei der U20-WM in Cali (2022), mehrere Rekordleistungen, weltweite Bestleistung (13,11 Sekunden) in der U23 für das Jahr 2023
Daher ist die Erwartungshaltung nicht allzu groß. „Auf die super Atmosphäre freue ich mich am meisten. Das ganze Rundherum wird einzigartig werden. An meine Leistung habe ich keine Erwartung“, ist Enzo ehrlich. Und beginnt da auch nicht zu träumen. „Leichtathletik ist ein messbarer Sport. Da bin ich ganz realistisch, dass ich sicher nicht eine halbe Sekunde schneller sein werde.“ 10 bis 15 Hundertstel sieht er aber als machbar. „Dann bin ich im vorderen Mittelfeld. Für ganz vorne muss ich viel besser sein. Das will ich dann in vier Jahren schaffen.“ Im letzten Test vor Olympia in Luzern zeigte Enzo mit seiner Zeit von 13,61 über die 110 m Hürden aber erneut auf.
Unter den Weltbesten
Diessl gilt als Jahrhunderttalent. Im Vorjahr lief er weltweit die schnellste Zeit in der U23. Mit gerade einmal 18 Jahren! „Er hat schon als Kind gesagt, dass er zu Olympia will. Da hat es kein links oder rechts gegeben. Sein Perfektionismus und seine Zielstrebigkeit zeichnen Enzo aus“, weiß Beate Hochleitner, die den Hürdenläufer seit seinen Anfängen als Trainerin begleitet.
Enzo hat schon als Kind gesagt, dass er zu Olympia will. Da hat es für ihn dann kein links und rechts gegeben.
Trainerin Beate Hochleitner
Der Sohn einer Argentinierin und eines Deutschen reist am 31. Juli an, am 4. August geht es dann zur Sache. „Davor will ich mich ein bisschen akklimatisieren, aber auch gescheit trainieren. Außerdem will ich mir das Olympische Dorf und das ganze Drumherum auch genauestens anschauen“, grinst Enzo. Der aber gleich mit einem Zwinkern klarstellt: „Ich bin trotzdem als Wettkämpfer dort und nicht als Tourist!“
In den letzten Wochen bis zum Start wird noch ordentlich trainiert. „Die optimale Vorbereitung ist wichtig, um dann in Bestform dazustehen. Man darf sich dann nicht überrollen lassen – es ist ein Rennen wie jedes andere auch“, sieht es Enzo noch gelassen. „Das ist das einzige Glück, das man haben kann. Richtiges Glück gibt es im Sport nicht. Ich bin mein eigenes Glück.“ Für den Beistand von oben sorgt dennoch ein kleiner Glücksbringer im Gepäck. „Ich hab von meiner Mama ein kleines Foto mit einem Schutzengel drauf. Auf der Rückseite stehen ein paar Worte auf Spanisch.“ Dann kann ja nichts mehr schiefgehen in Paris.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.