Katharina Tanzer musste viele Rückschläge einstecken, bevor sie sich heuer beim allerletzten Turnier noch für die Olympischen Spiele qualifizieren konnte. Die Judoka sprach mit der „Krone“ über ihre Leidenszeit, warum sie die Eröffnungsfeier auslassen muss und wen sie bald adoptieren wird.
„Die Eröffnungsfeier muss ich leider auslassen, weil ich gleich am ersten Tag kämpfe“, grinst Katharina Tanzer. Dabei hätte sie an diesem 26. Juli doppelten Grund zur Freude – just an diesem Tag wird sie 29. „Die Olympischen Spiele sind ein Lebenstraum, der da in Erfüllung geht. Als Kind wollte ich immer Staatsmeisterin werden. Das war das größte Ziel, das ich mir vorstellen konnte. Dann war ich es. Danach war es in der Folge ein Europacup, dann ein Weltcup und schließlich ein Grand Slam. Und plötzlich ist Olympia im Raum gestanden.“
Geburtstag: 26. Juli 1995
Geburtsort: Scheibbs
Wohnort: Furth an der Triesting
Sportart: Judo
Verein: SU Noricum Raiba Leibnitz
Erfolge: Silber beim Grand Slam in Baku (2021), Bronze Grand Slam in Tiflis (2022), zweimal Fünfte bei Grand Slams, Bronze bei der Team-EM im Mixed in Minsk (2019), SIlber beim Europacup in Dubrovnik (2016) und Bratislava (2018), vierfache Staatsmeisterin (2023, 2019, 2018, 2016)
Mit sechs Jahren stand die Judoka das erste Mal auf der Matte. Angefangen hatte sie eigentlich mit Ballett, doch die Lehrerin verlor die Freude am Unterrichten. Fußball war auch kein Thema. Im Nachbarort wurde allerdings Judo angeboten, das ihr ohnehin in die Wiege gelegt wurde. „Meine Mama war früher auch im Nationalteam. Dabei wollte sie gar nicht so richtig, dass ich damit anfange“, lacht die 28-Jährige.
„Hat etwas in mir gesehen“
2013 ging sie für ihr Lehramts-Studium (Mathematik und Sport) nach Wien. „Ohne große sportliche Ambitionen. Ich bin dann zufällig in den Verein von Hupo (Anm. Rohregger) gekommen. Er hat vom ersten Training weg etwas in mir gesehen und war der Erste, der jemals so richtig an mich geglaubt hat“, denkt Kathi zurück, die fortan jeden Tag mit ihrem Coach trainiert hat. Auch nach den zwei Jahren wieder, als Rohregger Teamtrainer in Montenegro war.
Bis zum Traum von Olympia erlebte Tanzer aber auch harte Jahre voller Leiden. „Ich hatte schon drei Kreuzband-OPs, die erste haben sie leider verpfuscht. Während Corona ist mir der Meniskus steckengeblieben. Da war ich mir nicht sicher, ob ich jemals wieder schmerzfrei werde“, erzählt das Leibnitzer Vereinsmitglied. Und führt weiter aus: „Seit eineinhalb Jahren laboriere ich an einer Hüftverletzung, damit kann ich auch nicht so trainieren, wie ich das will.“ Sie hat aber durchgebissen. Nach Olympia steht dann allerdings eine Operation an. Ob sie danach ihre Karriere beendet, steht noch in den Sternen. „Ich weiß nicht, was passiert. Es kommt auch darauf an, wie die Operation verläuft, wie es dem Körper danach geht. Was ich weiß: Ich hab noch unglaublich viel Lust auf Judo.“
Auf den Hund gekommen
Was in Anbetracht ihrer Zukunft bereits jetzt feststeht: Kathi ist auf den Hund gekommen! „Nach den Spielen adoptiere ich einen aus dem Tierheim. Sie heißt Penny und ich bin jede Woche bei ihr, damit sie sich schon an mich gewöhnen kann“, strahlt die erfolgreiche Judoka. Und sie überlässt auch dabei nichts dem Zufall: „Zurzeit lese ich pro Woche ein Buch über das Training mit Hunden. Außerdem habe ich alle Staffeln von ‘Der Hundeprofi‘ gesehen“, lacht Kathi. Vielleicht ja auch bald mit einer Medaille um den Hals.
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