Seit fast einen Monat schwingt Ferdinand Feldhofer bei Dinamo Tiflis das Trainer-Zepter. Der Steirer soll den georgischen Rekordmeister wieder auf Vordermann bringen. Derzeit dümpelt der ehemalige Vorzeigeklub des Landes nach 18 Runden nur auf dem fünften Platz herum.
Viel hat Feldhofer von der Hauptstadt noch nicht zu Gesicht bekommen. Der 44-Jährige verbringt eigentlich den ganzen Tag im Trainingszentrum, das alle Stückeln spielt. „Gegen 7 Uhr bin ich meistens schon im Büro, es gibt viel zu erledigen“, sagt der ehemalige Rapid-Coach, der auch schon eine Wohnung gefunden hat. „Nur zehn Minuten sind es bis zum Trainingsgelände, also optimal. Entweder habe ich einen Fahrer oder ich nehm mir ein Taxi, die kosten hier fast nix.“ Für die Sehenswürdigkeiten der 1,1 Millionen-Einwohner-Metropole hatte er noch keine Zeit, nur die Restaurant-Landschaft hat er erkundet. „Ähnlich der österreichischen Küche, es gibt viel Fleisch. Der Lebensstandard ist aber super hier.“
„Zu retten, was zu retten ist“
Wegen der kulinarischen Genüsse hat Feldhofer seine Zelte freilich nicht im ehemaligen Ostblock aufgeschlagen. Der Steirer soll Dinamo Tiflis wieder zum Titel führen. „Diese Saison ist der Rückstand bereits zu groß. Wir versuchen zu retten, was zu retten ist. Aber im kommenden Spieljahr – hier gibt es ja die Ganzjahresmeisterschaft – wollen wir angreifen.“ Dafür braucht es Verstärkungen, vor allem im Angriff. Und Routine. Der aktuelle Kader hat einen Altersdurchschnitt von 21,5. „Ich habe einen 15-Jährigen dabei, dazu auch einige 17- und 18-Jährige.“
Der Kindergarten ist noch grün hinter den Ohren. Sah man im Supercup-Finale, als Feldhofer mit Dinamo gegen Torpedo Kutaissi 1:2 verlor. „Der Gegner hat nur dreimal auf unser Tor geschossen.“ Gespielt wird in der Dinamo Arena, die 55.000 Fans Platz bietet. „Sie erinnert mich ans Happel-Stadion, hat auch eine Laufbahn.“ Nicht bloß deswegen ist die Stimmung bei den Heimspielen nicht gerade berauschend: Nur wenige Fans verirren sich ins große Stadion. „Auch der Fußball hier ist anders, viel Ballbesitz, viele Dribblings. Aber die Spieler sind alle sehr gut ausgebildet“, erklärt „Ferdl“, der Donnerstag mit Dinamo schon in den Europacup startet: Die erste Quali-Runde in der Conference League steht an, Feldhofers „Kindergarten“ muss zu Mornar Bar nach Montenegro.
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