
Eine gewerbliche Kompostanlage ließ in Eibiswald vergangene Woche in einer kleinen Siedlung die Wogen hochgehen: Nur aufgrund eines Zufalls hatten die Anrainer offenbar von den Plänen erfahren. Doch die Bewohner taten sich zusammen und setzen sich erfolgreich gegen den geplanten Bau zur Wehr.
Es mutet schon ein wenig komisch an, dass offenbar niemand in der beschaulichen Siedlung in Aibl bei Eibiswald von den Plänen, im angrenzenden Wald eine mehrere tausend Quadratmeter große Kompostanlage zu errichten, gewusst hat oder informiert wurde. „Es war ein reiner Zufall“, erzählt Werner Konrad, jener Anrainer, der mit 200 Meter Luftlinie der Anlage am nächsten gewesen wäre.
Steirer nahm Sache in die Hand
Ein Bekannter sah Ende der Vorwoche den Aushang in der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg, dass eine Verhandlung zu der Causa geplant ist, und informierte einen Eibiswalder Freund. Der wiederum wandte sich Hilfe suchend an Werner Konrad. „Weil die Leute wissen, dass ich verlässlich bin und mich kümmere.“ Und der Steirer nahm die Sache auch gleich in die Hand.
Er informierten sich zuerst genau, was da geplant ist und über eine Nachbarin wurde auch ein Anwalt eingeschaltet. Dann formulierten die Anrainer ihre Einwände: „Zuerst einmal befürchten wir eine erhöhte Lärmbelästigung durch das Verkehrsaufkommen. Und wir haben Angst, dass unsere Grundwasserbrunnen und Quellfassungen verunreinigt oder unbenutzbar werden könnten.“ Natürlich sei auch von einer Geruchsbelästigung auszugehen.
Anlage könnte Ungeziefer anlocken
Weitere Befürchtung der Anwohner: Dass die Anlage Ungeziefer anlocke. Doch was neben alldem hervorsticht, ist der Ärger, dass niemand mit ihnen im Vorfeld gesprochen oder das Projekt vorgestellt hat. „Keiner von uns hat etwas gewusst“, ist Werner Konrad erzürnt. „Die haben das still und heimlich hinter dem Rücken der Bewohner auf Schiene gebracht.“
Ich bin allen sehr dankbar, die aktiv mitgeholfen und zusammengehalten haben. Da sieht man, dass auch kleine Bürger etwas bewegen können.

Initiator Werner Konrad
Bild: Josef Fürbass
Vonseiten der Gemeinde Eibiswald heißt es dazu, dass gewerbliche Genehmigungen Sache der Bezirkshauptmannschaft seien. „Wir haben in der Sache keine Parteistellung“, erklärt Amtsleiter Christian Krottmaier auf „Krone“-Anfrage. Das Projekt sei aber bei der BH einsehbar.
In wenigen Tagen 150 Unterschriften gesammelt
Anfang der Woche kam es dann jedenfalls vor dem Gemeindeamt zum Showdown. Werner Konrad und 50 Unterstützer marschierten auf, um ihre Einwände bei der mündlichen Verhandlung kundzutun. Außerdem wurde eine Unterschriftenliste mit den Namen von 150 Mitstreitern präsentiert. „Dafür bin ich mit dem Roller von Haus zu Haus gefahren“, ist der Eibiswalder zu Recht stolz. Doch der Spuk war rasch vorbei.
Josef Kogler von der Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg erklärt gegenüber der „Krone“, dass der Antrag auf Erteilung einer gewerberechtlichen Genehmigung vom Antragsteller (einem örtlichen Müllentsorger) zurückgezogen wurde. Und es sei eher unwahrscheinlich, dass er einen neuen stellen werde.
„Allen dankbar, die geholfen haben“
„Durch unser Zusammenhalten haben wir das Ruder noch herumgedreht“, freut sich Werner Konrad. „Ich bin allen sehr dankbar, die aktiv mitgeholfen und zusammengehalten haben. Da sieht man, dass auch kleine Bürger etwas bewegen können.“
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