Ein Vergleich zwischen den Regionen Graubünden, Tirol, Südtirol und Bayern zeigt die Bedeutung des wichtigen Wirtschaftszweiges Tourismus für die Regionen im Alpenraum.
Was haben Tirol, Südtirol, Bayern und der Kanton Graubünden in der Schweiz gemeinsam? Die Antwort: Der Tourismus hat in diesen vier Regionen einen teils erheblichen Anteil an der Wirtschaftsleistung. Näher verglichen wurden die vier Regionen im Zuge eines Webinars vom Innsbrucker Verein „Vitalpin“ mit folgenden Ergebnissen:
Graubünden: Der Schweizer Kanton verzeichnet jährlich 4,7 Millionen Tagesgäste und 19,1 Millionen Übernachtungen. Davon entfallen 5,5 Millionen auf die Hotellerie. Der Kanton macht somit 14 Prozent aller Hotelgäste der Schweiz aus. Weiters zeigte eine Studie, dass der Tourismus in Graubünden eine Bruttowertschöpfung von 4,05 Milliarden Franken generiert. Das entspricht 26,5 Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung. Jeder dritte Arbeitsplatz (31,3 Prozent) in dem Kanton hängt am Tourismus.
Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat der Tourismus in Tirol die größte Bedeutung.
Robert Steiger, Uni Innsbruck
Tirol: Im „Heiligen Land“ sieht es ähnlich aus. Hier erwirtschaftet der Tourismus rund 6,8 Milliarden Euro bzw. 19,7 Prozent des jährlichen Bruttoinlandproduktes. Jedoch hängt in Tirol „nur“ jeder fünfte (19,4 Prozent) Arbeitsplatz direkt oder indirekt am Tourismus. „Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat der Tourismus in Tirol die größte Bedeutung“, meint Tourismus-Forscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck.
Südtirol: Bei unserem Nachbarn in Italien machen Beherbergung und Gastronomie jährlich 2,64 Milliarden Euro aus, also 11,4 Prozent der regionalen Wertschöpfung. „Im Jahr 2023 zählten wir mehr als 36 Millionen Nächtigungen, was einen neuen Rekord bedeutet“, meint Georg Lun vom Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer in Bozen.
Bayern: Indes freuen sich die Bayern über rund 555 Millionen Tagesreisen sowie 100 Millionen Übernachtungen. Die Bruttowertschöpfung beläuft sich auf 28,2 Milliarden Euro bzw. 4,9 Prozent. 550.000 Personen sind direkt oder indirekt im Tourismus tätig. Das entspricht rund 7,1 Prozent der Erwerbstätigen.
Die Ergebnisse der Studie in Graubünden und die Vergleiche mit Tirol, Südtirol und Bayern zeigen einmal mehr den Stellenwert und die Bedeutung des Tourismus für die alpinen Gegenden.
Manuel Lutz, Vitalpin
„Die Ergebnisse der Studie in Graubünden und die Vergleiche mit Tirol, Südtirol und Bayern zeigen einmal mehr den Stellenwert und die Bedeutung des Tourismus für die alpinen Gegenden. Nur so können Arbeitsplätze, Infrastruktur und eine lebendige Gemeinschaft garantiert werden“, meint Vitalpin-Geschäftsführer Manuel Lutz zur umfangreichen, aktuellen Analyse.
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