Bedarfsgerechte Busse schließen Lücken im öffentlichen Nahverkehr. Doch während sich das Angebot im Mostviertel zu einem regelrechten Erfolgsmodell mausert, wurde ähnliche Systeme im Weinviertel zuletzt eingestellt. Die „Krone“ hat nachgefragt, woran das liegt.
Seit die Sammeltaxis im Tarifsystem des VOR unterwegs sind, haben sich die Kleinbusse zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Weil sie immer dann kommen, wenn man sie braucht, und auch Start- und Zielpunkte vergleichsweise frei gewählt werden können, hat der Verkehrsverbund Ostregion dieses Angebot „VOR Flex Mostviertel West“ getauft. Was allerdings auch die regionalen Grenzen des Pilotprojektes umreißt. Denn in dieser Größenordnung gibt es diese Sammeltaxis derzeit nur im Raum Amstetten.
Vom Pilotversuch zum landesweiten Angebot
Dort ist das Angebot ein Erfolg: Zwischen Jänner und März nutzten 6633 Personen das Angebot, eine Steigerung von 8,7 Prozent zu den drei Monaten davor. Und das, obwohl in der Zeit gleich drei Ferienwochen – Weihnachten, Semesterferien und Ostern – lagen, in denen öffentliche Verkehrsmittel tendenziell weniger genutzt werden. Ein weiterer Vorteil: „Das bedarfsgesteuerte Angebot verkehrt als perfekte Ergänzung zum Bahn- und Busverkehr natürlich nur, wenn es gebraucht wird, und zwar zu den Betriebszeiten Montag bis Samstag 5.30 bis 20 Uhr“, betont Landbauer.
Für VOR-Geschäftsführer Wolfgang Schroll ist es besonders erfreulich, dass nicht nur das Sammeltaxi, sondern auch die dazugehörige App gut ankommt. Mehr als 90 Prozent aller Passagiere buchten über das Smartphone, die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,7 von 5 Punkten. Neben dem Mostviertler Flex sind drei weitere Linien in Maria Anzbach, Felixdorf und Tulln am Start. Die Erfahrungen aus allen vier Regionen werden stetig evaluiert, um diese Lerneffekte künftig auch in anderen Regionen umzusetzen.
Weinviertel braucht neue Lösungen für Öffi-Lücke
Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass zuletzt ähnliche Angebote wie das Marchfeld Mobil eingestellt wurde. Vor allem die Grünen in Gänserndorf hatten zuletzt, wie berichtet, das Land darob kritisiert. Die Gründe für die Einstellung sind aber wohl eher bei den betroffenen Gemeinden zu suchen. Dort habe man sich aus Kostengründen gegen eine Ausschreibung über den VOR wie im Mostviertel entschieden, heißt es hinter den Kulissen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.