Der Großvater fuhr Radrennen, der Vater auch, Alexander Hajek hatte also fast keine andere Wahl. Heuer gelang dem 20-jährigen Scharndorfer der Sprung in die WorldTour, wo er als Kletterspezialist in die Fußstapfen von Tour-Etappensieger Patrick Konrad treten soll. Dabei stand die Radkarriere, sogar sein Leben vor vier Jahren auf der Kippe.
Ein halb auf der Straße parkendes Auto war von Hajek übersehen worden, das Talent krachte hinein. „Bei der Halsschlagader war’s knapp, rechts hatte ich einen Mittelhandbruch“, erinnert sich Hajek, „der linke Zeigefinger war fast nicht mehr zu retten, ich brauchte eine Hauttransplantation.“ Die Ärzte haben ganze Arbeit geleistet, dem jungen Niederösterreicher blieben keine Schäden.
Der beste Beweis: 2021 wurde Hajek Fünfter der Junioren-WM in Flandern. Und nach dem Abgang von Patrick Konrad zu Lidl-Trek holte Bora-hansgrohe Alex ins Team. „Sehr bergfest, er hat seine Berechtigung in der WorldTour, ist sicher ein Kandidat für die Zukunft“, sieht sogar Konrad selbst in Hajek seinen legitimen Nachfolger.
Der Vergleich mit dem Tour-Etappensieger schmeichelt dem 20-Jährigen: „Das hört man gerne – schließlich hat Patrick eine Tour-Etappe gewonnen.“ Bei der Valencia-Rundfahrt sind die beiden Trainingspartner auch schon gegeneinander gefahren – Konrad wurde dort Gesamt-Zwölfter, Hajek Zwölfter der Nachwuchs-Wertung.
Amstel Gold Race wartet
Nach einem Sturz inklusive Knie-Prellung bei der Algarve-Rundfahrt ist Alex wieder bereit für die nächsten Rennen: Beim GP Indurain steigt nächste Woche seine Generalprobe für den Super-Klassiker Amstel Gold Race. „Das wird mein erstes WorldTour-Rennen. Ich bin schon gespannt, weil es 253 km sind – ich bin noch nie so ein langes Rennen gefahren.“
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