Die Kunstuniversität Graz behandelte bei ihrem Abo-Konzert im Stefaniensaal vielfältige Orchesterstücke mit einem zeitgenössischen Glanzlicht. Dirigent Wolfgang Wengenroth führte Orchester und Solisten souverän durch den Abend.
„Kudora!“ Wer den Sprachsinn hinter den Wörtern sucht, wird vergeblich suchen. Komponist Peter Eötvös hat in seinem „Speaking Drums“ auf die Rhythmusfunktion der Sprache abgezielt und das Werk vor zehn Jahren Martin Grubinger auf den Schlagwerker-Leib komponiert. Der ist bekanntlich mittlerweile von der Bühne abgetreten. KUG-Studentin Sara Chakarova wusste aber im Abo-Konzert ebenso gut mit der Szenerie aus Worten und Schlagwerk umzugehen. Mit dem nötigen Ernst und dem viel mehr nötigen Spaß fegte die junge Bulgarin über die Bühne und quer durch die kurzweilige Komposition wie eine Superheldin im Schreiduell mit Rhythmus-Godzilla. „Kudora ü!“
Das hier schon stark vorhandene szenische Element, es schimmerte auch durch die weiteren Stücke hindurch. Dirigent Wolfgang Wengenroth stachelte das große Orchester der Kunstuni schon bei Manuel de Falla zu beredter Theatralik an, die auch die Tondichtung „Don Juan“ von Richard Strauss zu gut orchestrierten Bilderwelten befeuerte.
Qualität auch in der Gesangsklasse
Dass auch in der Gesangsklasse wieder Qualität vorhanden ist, demonstrierten Nina Kreča und Marija Ticl in fünf Orchesterliedern von Richard Strauss. Mit erstaunlich reifen und harmonierenden Stimmen fügten sie dem Abend auch noch den anfangs absenten Sprachsinn hinzu.
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