Alte Areale nutzen, statt ständig neuen Boden zu versiegeln: Geht es nach den Grünen in Niederösterreich sollen Leerstände künftig kluger gemanagt werden. Notfalls auch mit der Gebührenkeule.
Gegensteuern wollen die blau-gelben Grünen bei grassierenden Leerständen im ganzen Land. Die ersten Plakate, mit denen sie auf die zunehmende Bodenversiegelung aufmerksam machen wollten, hängte Klubchefin Helga Krismer daher auch passenderweise in Wiener Neustadt auf, das seit Jahren mit einer aussterbenden Innenstadt zu kämpfen hat.
Denn bundesweit gebe es ungenutzte, bereits verbaute Flächen, die einer Größe von 55.000 Fußballfeldern entsprechen würden. „Dieses Potenzial muss man eigentlich nur klug nutzen“, spricht sich die Grüne für ein einheitliches Leerstandsmanagement aus. Um „unseren Boden vor den Betonierern zu schützen“, soll es aber nicht nur Anreize geben: Die Grünen fordern die Einführung eine Leerstandsabgabe. „Dadurch sollen mehr versiegelte Flächen sozusagen recycelt werden“, meint Krismer.
Schwarze Kritik mit Erinnerungslücke
„Die Grünen fordern, was das Land Niederösterreich bereits umgesetzt hat“, tut das die ÖVP nun prompt in einer Aussendung als pure Parteipolitik ab. Konkret führt Raumordnungssprecher Kurt Hackl eine Reihe an Aktionen vom Bodenbonus für Entsiegelungsprojekte bis zur Brachflächenanalyse der Ecoplus für Gewerbe- und Industrienutzung an.
Die von den Grünen geforderte Abgabe, die vor allem Immobilienspekulanten treffen soll, erwähnt der ÖVP-Sprecher bei allem Selbstlob allerdings nicht.
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