Sa, 18. August 2018

Hoch hinauf

04.05.2012 11:19

So klappt das mit dem Hochbeet für Gemüse und Co

Selbst gärtnern ist der große Trend dieses Jahres. Und bei wem selbst geerntete Genüsse schon einmal den Speiseplan bereichert haben, der wird auch in Zukunft nicht mehr auf den ebenso gesunden wie frischen Geschmack verzichten wollen. Besonders reichen Ertrag, bis zu dreimal so viel wie in herkömmlichen Flachbeeten, und biologisch-naturnahes Anbauen versprechen die Hochbeete, die seit einigen Jahren auch bei uns stark angesagt sind.

Hochbeete bieten Hobby-Gärtnern wichtige Vorteile: Dank vieler Nährstoffe aufgrund des besonderen Aufbaus und zusätzlicher Bodenwärme wächst nicht nur das Gemüse optimal, auch der Boden des übrigen Gartens wird mit hochwertigem Kompost versorgt. Viele lästige Schädlinge werden - richtige Konstruktion vorausgesetzt - von der Ernte ferngehalten und - last, but not least - lassen sie sich besonders rückenschonend bearbeiten und pflegen.

So funktioniert das Hochbeet
Das "echte" Hochbeet wird aus verschiedenen Schichten verrottbaren Materials aufgebaut. Durch die spezielle Konstruktion der Seitenwände eines Hochbeetes und der Verrottung dieser Schichten im „inneren Kern“ entsteht zusätzlich Wärme, die die Bodentemperatur erhöht: Mehrwerte bis zu fünf Grad Celsius im Vergleich zu Flachbeeten sind so erzielbar.

Achtung: Die Lebensdauer eines Hochbeetes hängt entscheidend vom Rotteprozess im Inneren ab. Denn dieser Prozess - und die damit verbundene Wärmegewinnung - dauern so lange an, bis das eingebaute organische Material (vor allem auch grobes Holz) vollständig in Humus umgewandelt ist.

Durch diese zusätzlich gewonnene Wärme eignen sich Hochbeete übrigens ganz hervorragend als „Frühbeete“ und zum Anzüchten von Ablegern.

Hochbeete sind für Hanglagen ebenso geeignet wie für flache Standorte, wobei es allerdings beim Anlegen wichtig ist, auf eine optimale Ausnutzung des Sonnenlichtes zu achten (Nord-Süd-Richtung).

Tipp: Auch in Bezug auf die Gartengestaltung punktet das Hochbeet, denn Hanglagen können so abgemindert oder harmonischere Übergänge geschaffen werden.

Und so geht's
Eine ca. 20 bis 30 Zentimeter tiefe und ca. 150 bis 160 Zentimeter breite Grube ausheben und einen Rahmen bauen. Zum Bau können grundsätzlich Wellblech, Stein und andere stabile Materialien eingesetzt werden, doch gilt Holz als das beliebteste und natürlichste Rahmenmaterial. Es sollte allerdings imprägniert sein, damit sich die Lebensdauer des Beetes verlängert (biologische Präparate verwenden!).

Tipp: Viele Garten-Experten empfehlen, die Innenwände mit einer Plastikfolie auszukleiden (fördert Haltbarkeit und verhindert Austrocknung).

Wühlmäuse und auch Maulwürfe fühlen sich im Inneren eines Hochbeetes besonders wohl, daher zur Absicherung den Boden am besten mit einem engmaschigen Gitter auslegen!

Nun werden verschiedene Schichten aus verrottbaren Material aufeinandergeschichtet: Der innere Kern wird mit Holz, etwa armdicke Äste und sogar kleinere Baumstämme, Zweigen, harten Stängelstücken etc. aufgefüllt. Das sorgt für eine gute Durchlüftung des Hochbeetes und fördert die Verrottung des Materials.

Auf diese Konstruktion werden dann der Aushub vom Beet (grüne Seite nach oben), aber auch Gartenabfälle oder der Grasschnitt gelegt.

Dann folgt z.B. eine Schicht feuchten gemischten Laubes (Achtung: Nicht jedes Laub geeignet - z.B. sollte Laub vom Walnussbaum nicht verwendet werden). Abschließend folgen verschieden Schichten von Grob- und Feinkompost und/oder Garten- bzw. Muttererde.

Achtung: Die letzte Schicht kann auch eine lockere Mischung von Feinkompost mit Muttererde sein, dabei aber keinesfalls die Muttererde über den Kompost decken!

Tipp: Es gibt heute im Handel bereits sehr gute fertige Hochbeet-Bausätze zu kaufen!

Einige Tipps für Pflege und Bepflanzung

  • Bewässerung: Die Hochlage der Beete, die grundsätzlich höheren Temperaturen und auch die bessere Durchlüftung des Bodens können einen höheren Wasserbedarf bedingen. Das heißt, dass u.U. häufiger als bei Flachbeeten gegossen werden muss. Verabsäumt man das regelmäßige Bewässern in Hitzephasen, trocknen die Kulturen aus, das Erdreich verhärtet sich und das „Bodenleben“ fällt weg.
  • Rotteverlust: Muss im Frühjahr mit reifem Kompost ausgeglichen werden.
  • Anbau: Die Nährstoffe werden in der Anfangsphase der Rotte sehr stark freigesetzt. Vor allem im ersten Jahr sollten daher vor allem sogenannte „Starkzehrer“ wie z.B. Weiß-, Rot- Blumenkohl, Gurken, Kartoffeln, Lauch und Sellerie angebaut werden. Erst im zweiten Jahr ist dann die Zeit für Spinat, Rettich und Co. gekommen.
  • Ergonomie: Hochbeete lassen sich besonders rückenschonend bearbeiten, was z.B. auch für viele ältere Menschen von besonderem Vorteil ist. Allerdings sollte man hier bereits bei Planung und Bepflanzung auf richtige Höhen-Verhältnisse achten. Z.B. setzen hochwachsende Tomatenstauden tiefer gelegte Beete voraus.
  • Hochbeete für Balkone: Heute gibt es auch spezielle Hochbeet-Systeme für Balkone. Allerdings fallen hier natürlich der intensive Verrottungsprozess (Wärmeentwicklung) und auch der Austausch mit dem Gartenboden weg.
  • Alternatives Hochbeet: Da Hochbeete sowohl gestalterisch viele Vorteile bieten, wie auch aufgrund der höheren Konstruktion viele Schädlinge (z.B. Schnecken) fernhalten, werden sie mittlerweile auch gerne als „normale Beete“ (für Blumen oder Gemüse) genutzt – und daher auch „nur“ mit einfacher Blumenerde gefüllt.

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