Verkäufer vor Gericht

Angepriesenes Geschirr war letztlich nur „Plunder“

Tirol
28.06.2023 13:02

Ein Niederländer musste sich vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Er war in die „Fußstapfen“ seines Vaters getreten. Schon dieser hatte billige Imitate von hochwertigem Geschirr verkauft und war deshalb mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Mit den Betrügereien trat der in den Niederlanden lebende Mann also das „Erbe“ seines Vaters (56) an, der vor Jahren bereits wegen der gleichen Masche verurteilt worden war. „Ich wusste nicht, was die Töpfe tatsächlich wert sind“, bestritt der Junior jede Betrugsabsicht. Er habe das von ihm eingekaufte Geschirr nach bestem Wissen und Gewissen an Interessenten weiterverkauft.

Angeklagter gab bewusst eine teure Marke an
Der Staatsanwalt sah das anders: „Der Angeklagte hat ganz bewusst den Namen eines bekannten Herstellers genannt, den man mit hochwertigem Geschirr verbindet.“ Dem widersprach der Verteidiger: „Nicht nur war mein Mandant damals erst 20 Jahre alt, er dachte tatsächlich, dass es sich um gute Qualität handelt.“

Zitat Icon

Er hat das Geschirr als tolle Ware und als ebenso tolle Gelegenheit angepriesen.

Eine Zeugin und Opfer beim Prozess

Die drei einvernommenen Zeugen wiederum zeichneten ein klares Bild des Betrugsvorganges, der insgesamt 4760 Euro Schaden verursacht hat. Der Mann erzählte diesen beispielsweise, dass er „dringend in die Schweiz muss“ und ihnen das Geschirr, weil er es sonst ja teuer verzollen müsse, günstig überlassen könne. „Er hat das Geschirr als tolle Ware und als ebenso tolle Gelegenheit angepriesen“, sagte eine Zeugin aus.

Die Verhandlung fand am Landesgericht Innsbruck statt (Bild: Christof Birbaumer)
Die Verhandlung fand am Landesgericht Innsbruck statt

Richter nannte mehrere Gründe für mildes Urteil
Richter Andreas Fleckl erkannte letztlich einen Betrug. Er beließ es aber - nicht rechtskräftig - bei einem Schadensausgleich an die getäuschten Kunden und einer Probezeit von einem Jahr. Als Argumente für das milde Urteil nannte er die Unbescholtenheit des Angeklagten, auch liege die Tat schon zehn Jahre zurück. Zudem sei der Schaden gutgemacht worden.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol



Kostenlose Spiele