Stück Schulgeschichte

Wie eine Diplomarbeit die Landesgrenzen „sprengte“

Tirol
13.06.2023 18:00

Ein Stück Schulgeschichte haben der 19-jährige Tiroler Stefan Anibas und der 20-jährige Salzburger Louis Seliger geschrieben. Die beiden jungen Männer sind die ersten, die bundesländerübergreifend eine Diplomarbeit verfasst und präsentiert haben. Das Thema der Arbeit dreht sich um die Sicherheit im Internet.

„Wir sind gemeinsam ins BRG Wörgl gegangen, danach ist Louis nach Salzburg in die HTL und Stefan in die HAK nach Innsbruck“, erklären die beiden, wie der Grundstein für die Zusammenarbeit gelegt wurde. Ende der vierten Klasse klopfte Stefan bei Louis wegen der gemeinsamen Diplomarbeit an. „Dann haben wir uns zusammengesetzt, ein Thema gefunden und die Anträge für die Arbeit eingereicht, rechtlich gesehen war es ja problemlos möglich“, erklären sie.

Handbuch und App für mehr Sicherheit im Web
Das Werk der beiden jungen Männer, das knapp 70 Seiten umfasst, beschäftigt sich damit, welche Gefahren im Internet warten und wie man sich am besten vor ihnen schützen kann. Angefangen bei sogenannten „Denial-of-Service-Attacken“ bis hin zu Phishingmails und Love-Scam-Betrügereien. Schwerpunkte legten die beiden Schüler auch auf die Themen Onlinebanking und Onlineshopping.

Das Thema der Arbeit dreht sich um die Sicherheit im Internet. Dazu erstellten die Schüler nicht nur ein Handbuch, sondern entwickelten auch eine App. (Bild: zVg)
Das Thema der Arbeit dreht sich um die Sicherheit im Internet. Dazu erstellten die Schüler nicht nur ein Handbuch, sondern entwickelten auch eine App.

Aus der Diplomarbeit entstand in weiterer Folge ein Handbuch, das die häufigsten Gefahren kurz erklärt und Tipps zur Prävention auflistet.

450 Stunden Arbeit haben sich voll und ganz rentiert
Doch nicht nur das: Die jungen Erwachsenen programmierten auch eine App. „Cybersecurity Training“ – kurz CYST – nennt sie sich. „Die speziell für mobile Geräte entwickelte App ermöglicht es Benutzern, ihr Wissen über Cybersecurity in einem interaktiven Quiz-Format zu testen“, heißt es in der Abschlussarbeit.

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Für uns war es wichtig, ein Thema zu finden, das sehr aktuell ist und von dem viele Menschen betroffen sind. Weiters sollte ein Allgemeinnutzen entstehen.

Stefan Anibas und Louis Seliger

„Für uns war es wichtig, ein Thema zu finden, das sehr aktuell ist und von dem viele Menschen betroffen sind. Weiters sollte mit der Arbeit ein Allgemeinnutzen entstehen. Stefans Themengebiet umfasst vor allem Banken und Versicherungen. Es lag also an Louis, etwas zu finden, das man damit übereinstimmen kann. Zu diesem Zeitpunkt hat Louis über die Quizapp ,Duolingo‘ Spanisch gelernt und dabei kam ihm der Gedanke, so etwas Ähnliches für Gefahren im Internet, vor allem im Banken- und Versicherungssektor, anzufertigen. Dieses Thema ist aktueller als je zuvor und viele Internetuser haben selbst damit bereits Erfahrungen gemacht“, erklären die beiden ihre Motivation für die Abschlussarbeit.

In der Salzburg Energie AG stellten die beiden Schüler ihre Ergebnisse vor. Das Publikum war sehr begeistert. (Bild: zVg)
In der Salzburg Energie AG stellten die beiden Schüler ihre Ergebnisse vor. Das Publikum war sehr begeistert.

Rund 450 Stunden investierten der Tiroler und der Salzburger in ihr Werk, schätzen sie. Dieser Fleiß hat sich gelohnt. Das Feedback der Lehrer war nämlich überaus positiv. „Nur anfangs gab es ein wenig Besorgnis, weil es eine derartige Zusammenarbeit zwischen Schulen aus verschiedenen Bundesländern noch nie gab.“ Auch die finale Präsentation in der Salzburg Energie AG sorgte für sehr viel Begeisterung.

Die ersten Interessenten haben bereits angeklopft
Mittlerweile haben einige Unternehmen schon ihr Interesse an dem Handbuch und der App gezeigt. „Es ist aber noch nichts Konkretes zustande gekommen“, sagen die beiden. Und welche Pläne haben sie für ihre Zukunft? „Ich werde vermutlich in die Softwareentwicklung bzw. in Richtung IT-Management gehen, vielleicht studiere ich aber auch dual Wirtschaftsinformatik“, verrät Louis.

Stefan meint indes, dass „mir durch meine Ausbildung viele Wege offen stehen. Für einen konkreten habe ich mich aber noch nicht entschieden“.

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