Wie umgehen mit Wolf, Bär und Co? Eine Frage, die die Politik nicht nur in Österreich entzweit. Während die Grünen sich für den Schutz der Predatoren einsetzen, macht die ÖVP Druck, sie abzuschießen - so etwa kürzlich der steirische ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger.
Ein toter Jogger in Italien, ein Angriff auf einen Sportler in Slowenien: Rund um Österreich häufen sich Vorfälle mit Bären, aber auch Wölfen. Beide Tiere sind seit den 1990er-Jahren durch die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie in der ganzen EU streng geschützt. Damals standen Wölfe kurz vor der Ausrottung, die erholten Bestände sehen Naturschützer 30 Jahre später als großen Erfolg.
Andere sehen darin ein großes Problem: Bauern fürchten um ihre Schafe, Rinder und um Gatterwild, Touristiker um die Sicherheit ihrer Gäste und den Ruf der Region.
Bruchlinie in der Koalition
Die Meinungen gehen also auseinander. Sie reißen einen Graben zwischen ÖVP und Grünen auf: Während sich Umweltministerin Leonore Gewessler kürzlich in Brüssel für die Erhaltung des Schutzstatus von Wolf und Co eingesetzt hat, tut der steirische ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger das Gegenteil.
22 Nutztiere haben Wölfe in Österreich 2023 gerissen. Etwa 20.000 Tiere gibt es in Europa.
„Die Zahl der Wölfe und ihrer Risse ist explodiert. Wir dürfen Almwirtschaft, Tourismus und unsere hohen Tierschutzstandards nicht den Wölfen zum Fraß vorwerfen“, sagt der Landesrat auf einer Reise nach Brüssel diese Woche.
An Gewessler und die Grünen richtet Seitinger aus: „Wir dürfen nicht warten, bis es zu Attacken auf Menschen kommt.“
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