21.07.2011 12:09 |

Ende einer Ära

Shuttle "Atlantis" nach letztem Flug gelandet

Das US-Spaceshuttle "Atlantis" ist am Donnerstag zum letzten Mal aus dem Weltall auf die Erde zurückgekehrt. Mit der Landung um 11.57 Uhr MESZ (5.57 Uhr Ortszeit) auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida beendete die vierköpfige Besatzung endgültig die 30-jährige Ära der wiederverwendbaren Raumfahrzeuge.

Die vierköpfige "Atlantis"-Besatzung war vor dem Heimflug mit dem Lied "God Bless America" geweckt worden. Das Shuttle war vor 13 Tagen mit fünf Tonnen Ladung zur Internationalen Raumstation ISS ins All gestartet. Auf dem Rückflug aus fast 400 Kilometern Höhe brachten die vier Astronauten um Kommandant Chris Ferguson zwei Tonnen altes Gerät und Abfall aus der Außenstation der Menschheit im Weltall zur Erde.

Ferguson dankte nach der Landung den Tausenden Menschen, die am Shuttle-Programm mitgearbeitet hatten. "Es gab heute viele Emotionen, aber eins ist unbestreitbar: Amerika wird nicht aufhören, den Weltraum zu erforschen." Die "Atlantis" wie auch die übrigen Shuttles "Columbia", "Challenger", "Discovery" und "Endeavour" hätten die Art und Weise verändert, "wie wir die Welt sehen und es hat unsere Sicht des Universums verändert", fügte Ferguson hinzu.

Atlantis umrundete 4.848 Mal die Erde
Mit ihrer letzten Mission zur ISS legte die "Atlantis" insgesamt 202,67 Millionen Kilometer zurück. Im Rahmen von 33 Weltraum-Missionen verbrachte sie 307 Tage im All und umrundete die Erde 4.848 Mal. Die insgesamt fünf Raumfähren des US-Shuttleprogramms verbrachten zusammengenommen im Rahmen von insgesamt 135 Missionen 1.333 Tage im Weltraum. Der Prototyp "Enterprise" flog niemals ins All.

Begonnen hatte das Shuttle-Programm mit dem Jungfernflug der "Columbia" am 12. April 1981. Einen schweren Rückschlag erlitt es im Jänner 1986, als die "Challenger" kurz nach dem Start explodierte und alle sieben Astronauten an Bord ums Leben kamen. Eine weitere Tragödie ereignete sich im Februar 2003: Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodierte die "Columbia", alle sieben Besatzungsmitglieder starben. Die verbliebenen US-Raumfähren sollen demnächst in Museen ausgestellt werden.

Tausenden NASA-Mitarbeiter droht Entlassung
Nach der Einstellung des Shuttle-Programms droht nun Tausenden Mitarbeiter des Kennedy Space Center die Entlassung. NASA-Chef Charles Bolden räumte ein, der letzte "Atlantis"-Flug bedeute das "Ende einer Ära, aber heute verpflichten wir uns aufs Neue dazu, die bemannte Raumfahrt fortzusetzen und die notwendigen - und schwierigen - Schritte zu unternehmen, um Amerikas Führung in der bemannten Raumfahrt in den kommenden Jahren sicherzustellen". Die NASA plant unter anderem bemannte Raumflüge zu einem Asteroiden 2025 und zum Mars fünf Jahre später.

Shuttle-Programm-Ende nach 30 Jahren
Eingestellt wird das Shuttle-Programm unter anderem wegen der extrem hohen Kosten. In den kommenden Jahren werden die USA damit keine eigene Möglichkeit mehr haben, Menschen ins All zu bringen. US-Astronauten müssen dann mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS fliegen. Für die Amerikaner wird das eine teure Angelegenheit, verlangen doch die Russen pro Platz mehr als 50 Millionen Dollar.

Routineflüge in den unteren Erdorbit von Amerika aus sollen künftig mit Raumtaxis von kommerziellen Anbietern durchgeführt werden. Sie sollen von 2012 an Güter und in vier Jahren Menschen ins All transportieren. Experten glauben aber, dass jene US-Raumkapsel, an der die NASA derzeit mit einer privaten Firma arbeitet, erst 2015 einsatzbereit sein wird.

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