Zugstrecke aufgewertet

„Vindobona neu“: Franz-Josefs-Bahn fährt bis Prag

Nach 26 Jahren soll es mit dem „Silva Nortica“ ab Dezember wieder einen Zug geben, der eine Direktverbindung nach Prag auf der Franz-Josefs-Bahn bietet. Warum sich erst herausstellt, ob er tatsächlich ein würdiger Nachfolger des legendären „Vindobona“ für das Waldviertel ist, hängt von vielen Kriterien ab und nicht nur daran, dass er nicht mehr nach Berlin fährt. Jedenfalls bekommt die Region zwischen Prag und Wien „Klasse“ und vielleicht sogar auch die „Lizenz zur Bedienung“. . . 

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Es gab ihn bereits, den „Silva Nortica“. Der Zug folgte Jahre nach dem Aus des legendären „Vindobona“ auf der Franz-Josefs-Bahn (FJB) 1992, der von Wien über Prag nach Berlin fuhr. Der einstige „Silva Nortica“ war zum großen Unterschied aber nur noch ein gewöhnlicher Eilzug von Wien bis Gmünd. Ade sagen mussten Wald- und Weinviertler damit nicht nur zur Internationalität der FJB, sondern auch zu Speisewagen und Waggons erster Klasse.

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Es ist ein Herzensprojekt von mir. Die Franz-Josefs-Bahn hält an vielen Stationen, aber ab 11. Dezember ist Gmünd nach 26 Jahren keine Endstation mehr.

Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko setzte sich stark ein.

„Silva Nortica“ in neuem Kleid
Das soll sich aber nun wieder ändern. Denn der neue „Silva Nortica“ soll das Erbe des „Vindobona“ auf der FJB antreten und zumindest bis Prag fahren. Während Erste-Klasse-Waggons bereits als fix gelten, ist man nach positiven Gesprächen mit den Tschechen auch beim Speisewagen optimistisch. Fünf Stunden – zwei in Österreich, drei in Tschechien – soll die Reise von Wien nach Prag dauern, die ab dem Fahrplanwechsel im Dezember möglich sein wird. Ein Zugpaar wird dann täglich fahren, an den Wochenenden sollen es dann jeweils zwei Züge sein.

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Der „Vindobona“ auf der Franz-Josefs-Bahn wird als „Silva Nortica“ nun wieder auferstehen. Es liegt viel Entwicklungspotenzial im Raum zwischen den Städten.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sieht große Chancen.

„Tor zum Nachbarn“ weiter geöffnet
Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ein besonderes Projekt, mit dem das Tor zum Nachbarn noch weiter geöffnet wird. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien werde in vielen Bereichen immer intensiver und besser, sagt sie, auch beim Verkehr.

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Züge, die an der Grenze stehen bleiben, passen nicht in ein gemeinsames Europa. Das Waldviertel rückt Prag nun ein Stück weit näher.

Verkehrsministerin Leonore Gewessler betont Verbindendes.

Harte Konkurrenz mit kurzer Fahrzeit
Ab 2025 sollen zwei Zugpaare täglich auf der Strecke Wien–Prag unterwegs sein, wobei beide, Österreicher sowie Tschechen, die Züge bestellen sollen. In den nächsten Jahren wird der „Vindobona“, der auf die Nordbahn abgewandert ist, laut Verkehrsministerin Leonore Gewessler nur noch 2,5 Stunden Fahrzeit nach Prag und vier Stunden nach Berlin benötigen. Wie sich das auf die Auslastung des „Silva Nortica“ mit doppelter Fahrzeit auswirkt? Man investiere auch in die FJB in den nächsten Jahren deutlich, heißt es.

Des Kaisers neue Kleider?
Der neue Zug der Franz-Josefs-Bahn schließt jedenfalls das Waldviertel wieder deutlich besser an. Hoffentlich steckt man ihn aber nicht in „des Kaisers neue Kleider“, wie es im Märchen so schön heißt.


Daten und Fakten:

  • 5 stunden bis Prag
    Mit dem „Silva Nortica“ wird die kürzeste Gleisstrecke ab Wien reaktiviert. Sie ist aber nicht die schnellste.
  • 26 jahre stillstand
    herrschte bei Direktzügen von Wien nach Prag auf der Franz-Josefs-Bahn.
  • 354 Gleiskilometer
    Auf österreichischem Boden legt der Zug 168 Kilometer zurück, 186 Kilometer auf tschechischem Boden.
  • 280 Sitzplätze
    sowie 50 Radabstellplätze werden die Züge der „Silva Nortica“-Linie bieten.
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