Josef Schwaiger, ÖVP-Parteikollege von Elisabeth Köstinger, strich auf „Krone“-Anfrage die menschlichen Qualitäten der 43-Jährigen hervor: „Auch, als sie Abgeordnete in Brüssel war: Es war immer ein Austausch auf Augenhöhe. Hat man sie angerufen, hat sie zurückgerufen. Das ist in der heutigen Zeit eine Ausnahme“, sagt Salzburgs Agrarlandesrat.
„Sie hat das leider nur von einer Warte aus gesehen“
Auch fachlich fällt Schwaigers Resümee positiv aus. Die Kritik, wonach sich Köstinger zu wenig fürs Tierwohl und bessere Bedingungen beim Schwein eingesetzt habe, lässt er nicht gelten: „Wir sind mit dem Schweinepreis europaweit so weit unten. Wer bessere Qualität will, muss auch höhere Preise akzeptieren. Das wollen wir natürlich. Aber das ist ein Prozess, der zehn Jahre dauern wird!“ Als unglücklich betrachtet Schwaiger Köstingers Umgang zwischen den Bauern und dem Lebensmittelhandel. „Das braucht man gar nicht anders deuten. Diese Achse war unwuchtig!“
Die scheidende Ministerin hat die Bauern mit dem Lebensmittelhandel ausgespielt. In diesem Punkt wäre sicher mehr Diplomatie gefragt gewesen.
Peter Buchmüller, Wirtschaftskammer-Präsident Salzburg
Eine Tatsache, die auch Peter Buchmüller missfällt, der härter mit Köstinger ins Gericht geht: „Sie hat die Bauern mit dem Lebensmittelhandel ausgespielt. Aus Händlersicht kann ich nicht wirklich etwas Positives hervorstreichen. Bauern und Lebensmittelhandel: Sie hat das nur von einer Warte aus gesehen, war Vertreterin der Landwirtschaft. Da hat mir die Diplomatie gefehlt!“
Der Tourismus lobt im Kern Köstingers Einsatz. Hotellerie um Präsident Walter Veit und Gastronomie (Wirte-Sprecher Ernst Pühringer) finden den Rücktritt schade und hoffen vor allem, dass dem Tourismus „weiterhin dieser hohe Stellenwert beigemessen wird wie bisher!“
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