11.03.2022 17:00 |

AK-Experte klärt auf

Wie steigen die Preise und die Einkommen?

Immer wieder hört man: „Alles wird teurer, aber die Löhne steigen nicht.“ Warum hat man das Gefühl? Die „Krone“ hat mit Armin Erger von der Arbeiterkammer Tirol gesprochen.

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„Grundsätzlich haben sich die Lebensmittel stärker verteuert als die allgemeine Inflationsrate“, erklärt Armin Erger von der Arbeiterkammer Tirol. Konkret heißt das: Die Lebensmittelpreise sind zwischen 2011 und 2020 um 19% gestiegen, während die allgemeine Inflationsrate bei 16 Prozent lag (Quelle: Statistik Austria). Manche Produkte seien über-, manche hingegen unterdurchschnittlich teurer geworden.

Teuerungen im Vergleich zwischen 2011 bis 2020:

  • Brot, Getreideprodukte (Ö): 20%
  • Molkereiprodukte, Eier (Ö): 18%
  • Fleisch, Fleischwaren (Ö): 26%
  • Obst (Ö): -1%
  • Nahrungsmittel gesamt (Ö): 19%
  • Bruttoeinkommen (nominell, Tirol): 25%
  • Bruttoeinkommen Vollzeit (nominell, Tirol): 27%

Quelle: Statistik Austria

„Die Teuerung hatte in den letzten Jahren viel mit den Energiepreisen zu tun. Oft wird mit Maschinen produziert, das heißt, die Energiepreisentwicklung schlägt sich unmittelbar in den Produktions- und Transportkosten nieder“, sagt Erger. Durch die Pandemie seien zudem die Transportkosten gestiegen, etwa weil Container auch teurer geworden seien. Jetzt komme auch noch der Krieg in der Ukraine hinzu: „Einerseits wirkt sich das auf die Energiepreise aus. Weiters sind Russland und die Ukraine große Weizenproduzenten.“

Zitat Icon

Es gibt viele Jobs, die nicht so schlecht dastehen, die regelmäßig an die Inflation angepasst werden.

Armin Erger (Arbeiterkammer Tirol)

Preise sind gestiegen, die Löhne wurden angepasst
Wie oben ersichtlich, sind die Bruttoeinkommen (nominell) zwischen 2011 und 2020 aber auch gestiegen – und zwar um 25%. „Es gibt viele Jobs, die nicht so schlecht dastehen, die regelmäßig an die Inflation angepasst werden.“ Dies betreffe nicht alle Arbeitnehmer, etwa solche mit schlechten Kollektivverträgen.

Der Punkt sei aber folgender: „Man orientiert sich bei der Anpassung an die Inflation, wie sie bisher war. Das heißt: Wenn plötzliche Preissprünge in der Zukunft kommen, sind die da noch nicht drinnen.“ Die könne man nur im Nachhinein abfangen. Die jetzigen Preissprünge würde man dann hoffentlich bei den Verhandlungen im kommenden Herbst einberechnen.

Sinkende Preise nehme man laut Erger zudem weniger wahr als steigende. Auch, weil Preissenkungen nicht so schnell bei den Konsumenten ankämen. „Es geht weniger schnell nach unten, als es nach oben geht.“

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