05.03.2022 12:51 |

Man wird zu Kompost

Bestattung: „Reerdigung“ in Deutschland erprobt

Eine neue Bestattungsform soll für mehr Klimaschutz nach dem Tod sorgen: Seit Mitte Februar liegt nach Angaben des Berliner Unternehmens Circulum Vitae GmbH erstmals in Europa eine Tote in einem sogenannten Kokon, einem sargähnlichen Behälter. Genannt wird dies „Reerdigung“. Dabei verwandeln Mikroorganismen und „moderne grüne Technologie“ den Leichnam in eine Art Humus. Die „Kompostierungszeit“ beträgt 40 Tage.

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Dann werden die Überreste aus dem Kokon entnommen und in ein nur 30 Zentimeter tiefes Grab gelegt, erklärt Kirchensprecher Michael Birgden. Darüber kommt eine Schicht Friedhofserde. Die erste „Reerdigung“ werde Ende März stattfinden. Danach soll der Kokon wieder aufbereitet werden, um den Prozess mit einem anderen Toten zu starten. Erprobt wird dies derzeit in Mölln im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

Mikroorganismen übernehmen Kompostierung
„Auch das Ende des Lebens zahlt auf den ökologischen Fußabdruck jedes Menschen mit ein“, hielt dazu die Nordkirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, fest. Im Vergleich zur Feuerbestattung spare die „Reerdigung“ bei jedem Toten eine Tonne CO2 ein. Der Leichnam werde auf Heu, Stroh und Blumen gebettet, dann übernehmen die Mikroorganismen die Kompostierung.

„Die Idee der ‘Reerdigung‘ hat uns sofort eingeleuchtet. Sie ist eine gute Alternative für alle, bei denen eine Bestattung im Sarg oder eine Feuerbestattung Unbehagen auslösen“, so die Möllner Pastorin der Gemeinde, Hilke Lage. Denn am Ende sei es dann doch wieder nur „Erde zu Erde“.

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