Irritationen in ÖVP

Schützenhöfer steigt beim A9-Ausbau auf die Bremse

Steiermark
19.02.2022 06:00

Große Aufregung im Grazer Süden! Nachdem Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im „Krone“-Interview ein Bekenntnis zum dreispurigen A 9-Ausbau vermied, fühlen sich Wirtschaftstreibende und betroffene Gemeinden im Stich gelassen.

„Wir können nicht immer nur vom Umweltschutz reden und dann nichts unternehmen.“ Dieses Schützenhöfer-Zitat im „Krone-Doppelinterview mit Vize-Kanzler Werner Kogler  bezüglich des von Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) ausgesprochenen Ausbau-Stopps der A 9 schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe.

Ortschefs, schwarze Bundespolitiker und hochrangige Wirtschaftstreibende, die sich seit Wochen für ein Umdenken bei der Ministerin einsetzen, fühlen sich vor den Kopf gestoßen. „Niemand verschließt sich hier dem Umweltschutz. Aber sollte der Autobahnausbau wirklich nicht kommen, brauchen wir auch klare Perspektiven, und der Bund muss uns endlich unterstützen“, fordert Erich Gosch, Parteikollege Schützenhöfers und Bürgermeister von Feldkirchen. 

Ziemlich in die Parade grätschte Schützenhöfer mit seiner Äußerung auch Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl. „Wir versuchen weiter auf allen Ebenen Überzeugungsarbeit zu leisten, vor allem im Hinblick auf das Cargo-Center. Hier brauchen wir einen leistungsstarken Zubringer, um den Transit auf die Schiene zu bringen“, heißt es aus ihrem Büro.

IV und WKO plädieren weiter für Ausbau
Die Wichtigkeit des Ausbaus gerade für das Cargo-Center und die damit verbundene Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene betont man auch bei der Industriellenvereinigung. Deshalb sei die Entscheidung der Ministerin weder volkswirtschaftlich noch ökologisch nachvollziehbar, betont Vizepräsident Franz Kainersdorfer.

Klare Worte findet man auch bei der Wirtschaftskammer: „Die A 9 ist in diesem Bereich schon jetzt massiv überlastet. Außerdem wurden bereits viele Millionen Euro in die Planungen des Ausbaus investiert“, sagte Präsident Josef Herk am Rande eines Termin bezüglich einer anderen „Baustelle“: Im Murtal sehen laut WKO-Umfrage nämlich 89 Prozent der befragten Unternehmer Gewesslers Planungsstopp für die S 37 zwischen der Steiermark und Kärnten negativ. Schützenhöfer hat sich dazu noch nicht geäußert

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