13.01.2022 18:00 |

Grazer Schauspielhaus

Stück über die Klimakrise mit Witz und Moralkeule

Das Klima ist das brennende Thema unserer Tage. Im Schauspielhaus hat Magdalena Schrefel mit „was zündet, was brennt“ nun ein Stück am Puls der Zeit vorgelegt. Regisseurin Marie Bues und das Ensemble haben aus dem an Informationen fast schon übervollen Text einen dynamischen Theaterabend gezaubert.

Magdalena Schrefels Stück setzt sich aus Fundstücken zusammen, aus solchen, die Google so ausspuckt, aber auch aus solchen, die man im Spielzeuggeschäft irgendwo ganz oben links findet (etwa ein schräges Dino-Kostüm). Dass wir was den von uns selbst verursachten Klimawandel schon auf halbem Weg in den Abgrund sind, ist uns allen bewusst, dass wir noch immer nichts dagegen tun, wird uns von den Protagonistinnen auch ordentlich an den Kopf geworfen. Ob allerdings verklebte Schlösser von Tankstellen und luftentleerte Reifen von SUVs wirklich etwas bewirken können, bleibt natürlich zu diskutieren.

Klimakrise mit Humor
Dennoch schaffen Marie Bues und ihr Team (Ausstattung: Pia Maria Mackert, Musik: Johannes Frick, Video: Grigory Shklyar) einen dynamischen, spannenden und auch überraschend lustigen Theaterabend aus dem mit Moral nicht sparsam umgehenden Text zu filtern.

Das sind die beiden radikalisierten Aktivistinnen Dina (Lisa Birke Balzer) und Miami (Katrija Lehmann), die vom Wachmann Achille (Niko Link) beim Sabotageversuch in der Raffinerie festgesetzt werden. Durch ihre Geschichten schaffen sie es, ihn schließlich auf ihre Seite zu ziehen.

Ökologischer Fußabdruck
Da ist aber auch der Dino (Lukas Walcher) mit Identitätsproblemen, sowie zahlreich frühe Mahner (alle vier Darsteller), die via Screens auf der mit Alufolie ausgelegten Bühne zu Wort kommen und einen auch über den ökologischen Fußabdruck dieser Inszenierung nachdenken lassen. Über jenen der Stückgenese tut das die Autorin durchaus selbstkritisch, und ihre Aktivistinnen nützen ebenfalls Autos, Handys, Computer und tragen gerne Plastik.

Trotz mancher Belehrung ist dieser Abend, der Teil des europäischen Theaterprojekt „Pipelines“ ist, nicht nur wichtig und richtig, sondern auch hervorragend gespielt und wunderbar unterhaltend.

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