14.12.2021 06:00 |

51 kritische Fragen

Doch keine UVP für 10er-Gondelbahn auf den Loser

Der von der „Krone“ aufgedeckte UVP-Skandal hinterlässt auch im Ausseerland Spuren: Die geplante Loser-Gondelbahn sowie der bereits erfolgte Bau eines Speichersees sollen noch einmal seziert werden, schon jetzt ortet die Altausseer Opposition „grobe Verfahrensmängel“. Die medial groß angekündigte, freiwillige UVP für die neue Bahn wollen die Betreiber nun übrigens doch nicht machen.
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Der Loser und dessen Nutzung stehen im Zentrum von 51 kritischen Fragen, welche die Ennstaler Umweltorganisation „Nett“ jetzt über deren Anwalt vom Land abwärts an neun steirische Behörden gerichtet hat. Einer der heikelsten Punkte bezieht sich auf einen von den Loser Bergbahnen im Jahr 2017 errichteten Beschneiungs-Speicherteich: „Zum einen hat man sich bei dem Bau auf eine alte Umweltverträglichkeitsprüfung bezogen – dem noch nicht genug, hat man den Teich nicht wie projektiert auf dem Loser, sondern auf dem Sandling errichtet, der eine völlig andere Geologie aufweist“, so Martin Dämon von der Liste „Lebenswertes Altaussee“.

Was den Oppositionspolitiker, der bei der letzten Wahl aus dem Stand vier Mandate gemacht und damit die „Absolute“ der ÖVP gesprengt hat, noch stört: „Im Genehmigungsverfahren hat man essenzielle Vorschriften für die Betriebssicherheit des Teiches sowie die Untergrund-Standsicherheit nicht beachtet“. Wieso sich die Gegner gerade jetzt zum Widerstand formieren? „Durch Bekanntwerden des UVP-Skandals muss die Handlungsfähigkeit der Abteilung 13 schlicht und einfach in Frage gestellt werden“, so deren Erklärung unisono.

Tagesordnungspunkt 17 bei Gemeinderatssitzung
Gerald Loitzl, ÖVP-Bürgermeister von Altaussee, muss sich bei der morgigen Gemeinderatssitzung erstmals öffentlich mit dem Thema auseinandersetzen: „Nachdem die Gemeinde auch zur Beantwortung der 51 Fragen aufgefordert wurde, haben wir nun ebenso einen Anwalt engagiert. Dieser soll prüfen, ob wir überhaupt zu einer Beantwortung verpflichtet sind.“

Zitat Icon

Grundlegende Vorschriften wurden im Genehmigungsverfahren nicht eingehalten.

Listen-Sprecher Martin Dämon

Zeitplan für neue Gondelbahn wird eng
Die jüngsten „Krone“-Enthüllungen bergen auch für die geplante Gondelbahn auf den Loser Sprengstoff. Im Winter 2022 wollte man damit bereits fertig sein, im selben Jahr läuft auch die Konzession zum bestehenden Sessellift aus. „Noch haben wir Hoffnung, dass der Zeitplan hält“, sagt Rudolf Huber, Geschäftsführer der Loser Bergbahnen, „irgendwann muss die zuständige Abteilung ja wieder handlungsfähig werden.“ Den Antrag auf eine freiwillige Umweltverträglichkeitsprüfung, wofür man genau jenes Grazer Planungsbüro engagiert hat, gegen dessen Leiterin nun die Staatsanwaltschaft ermittelt (wir berichteten mehrmals), hat man indes übrigens zurückgezogen: „Wir haben es uns einfach anders überlegt“, so Huber zur „Krone“.

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