12.12.2021 17:05 |

Anlassfall Innsbruck

Diskussion über satte Gehälter von TVB-Obmännern

Rund 80.000 Euro brutto genehmigte sich der Obmann des Tourismusverbands Innsbruck pro Jahr - die „Tiroler Krone“ berichtete. Die Tatsache sorgt für Kopfschütteln besonders bei Verbänden, bei denen Ehrenamtlichkeit großgeschrieben wird. Das Tiroler Tourismusgesetz jedenfalls lässt den Verbänden bei Gagen freie Wahl.

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34 Tourismusverbände zählt das Land Tirol. Die NEOS wollten wissen, wie es die anderen mit dem Thema Entschädigungen für Tourismus-Obleute halten und ob sie Verständnis aufbringen für Top-Gagen, wie sie beim TVB Innsbruck gang und gäbe waren. Ein entsprechendes E-Mail an alle Tourismusverbände wurde von den Verbänden Innsbruck, Pitztal, Kaunertal, Ischgl, St. Anton, Osttirol, Kitzbühel, Seefeld, Ötztal und Ferienregion TirolWest beantwortet.

Ehrenamtlichkeit oder geringe Entschädigung
„Die Topregion St. Anton verzichtet demnach komplett auf eine Aufwandsentschädigung, ebenso der Kitzbüheler TVB-Obmann Christian Harisch, der ehrenamtlich tätig ist. Franz Theurl vom flächenmäßig größten Verband Osttirol bekommt eine symbolische Entschädigung für seine Arbeit von knapp 900 Euro brutto im Monat, ebenso sehr minimale Entschädigungen gibt es im Pitztal und im Kaunertal“, fasst NEOS-Chef Dominik Oberhofer zusammen. „Alle anderen geben in ihren Antwort-Mails keine Auskunft und verweisen unter anderem auf die Abteilung Tourismus im Landhaus.“

Tatsächlich ist im Tiroler Tourismusgesetz keine Vorgabe für die Höhe von Entschädigungen zu finden. Die Zahlung kann also vom Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Obmann bzw. Vorstand festgelegt werden. „Wenn aber der Obmann schon ein Top-Gehalt bezieht, wofür braucht es dann auch noch einen Geschäftsführer?“, fragt sich Oberhofer und gibt sich auch gleich selbst die Antwort: „Weil so der politische Einfluss sichergestellt wird!“

„Komplexität Innsbruck mit 38 Gemeinden“
Innsbruck Tourismus weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass er „aufgrund der Verbandsgröße (flächenmäßig und budgetär der zweitgrößte Verband in Tirol), der Komplexität (38 Gemeinden plus Stadt Innsbruck), der Internationalität (2019: 55% der Gäste waren nicht deutschsprachig), der Anzahl der Sitze in beteiligten Unternehmen und der Unternehmensgröße kaum mit anderen Verbänden in Tirol vergleichbar“ ist. „Dementsprechend kann auch der personelle Einsatz und der Umfang der Haftung unseres Obmanns mit anderen TVB nicht in Relation gesetzt werden - ungeachtet der Tatsache, dass wir die Entschädigungen von Obmännern anderer Verbände nicht kennen“, schreibt GF Karin Seiler.

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