10.12.2021 08:00 |

Flughafen-Chefin:

„Für diesen Winter bin ich sehr zuversichtlich“

Flughafen-Chefin Bettina Ganghofer spricht im großen „Krone“-Interview über ihre Wiederbestellung, den Ausblick auf die Wintersaison und die Umbaupläne für den in die Jahre gekommenen Terminal.
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Gratulation zu Ihrer Vertragsverlängerung. Aber hat es Sie nicht verwundert, dass Ihr Posten vorzeitig ausgeschrieben wurde?

Nicht wirklich. Einerseits hätte man mir ohnehin bis April 2022 sagen müssen, wie es weitergeht. Andererseits war es ein Wunsch von mir, weil ich für die Kollegen hier, aber auch für mich Planungssicherheit und Kontinuität haben wollte.

Der Lockdown endet am Sonntag. Linienflüge waren anders als in früheren Lockdowns nicht ganz eingestellt, sondern nur eingeschränkt. Wie läuft es aktuell?

Seit dem Start des Lockdowns sehen wir schon, dass es deutlich weniger Fluggäste sind. Aber wir haben einen aufrechten Flugbetrieb, und das ist ganz wichtig. Die Feriendestinationen laufen ausgesprochen gut. Da bin ich sehr zufrieden. Geschäftsreisen sind wieder etwas eingedampfter, aber auch das wird sich ändern. Was den Winter angeht, bin ich sehr zuversichtlich.

Wie groß ist am Flughafen die Furcht vor einem neuerlichen Lockdown im Jänner oder Februar?

Wir haben gelernt, in unserer Reaktionsfähigkeit sehr schnell zu sein. Wir lassen das auf uns zukommen. Wir sind jedenfalls auf viel Betrieb eingestellt.

Wie dramatisch wäre ein weiterer Lockdown wirtschaftlich?

Dramatisch. Unser Jahresergebnis hängt davon ab, wie gut das erste Quartal war. 40 Prozent unseres Geschäfts machen wir in den ersten drei Monaten.

Sind die Beschäftigten noch in Kurzarbeit?

Ja, seit April 2020. Der gesamte Betrieb von der Geschäftsführung angefangen bis auf wenige Ausnahmen in der Personalverrechnung und bei den Finanzen. Wie es in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres weitergeht, entscheiden wir nächste Woche.

Bis 2030 sollen am Flughafen 193 Millionen Euro investiert werden. Was ist da der aktuelle Stand?

Der größere Teil davon, gut 110 Millionen Euro, sind laufende Investitionen, die wir auch vor der Krise gemacht haben. Wir haben jedes Jahr zwischen acht und zwölf Millionen Euro investiert, um diese riesen Infrastruktur zu erhalten. Da fällt immer etwas an.

Was die Zukunft des Flughafens ebenfalls betrifft, ist, dass in ganz Europa Kurzstreckenflüge politisch zurückgedrängt werden. Was heißt das für den Flughafen Salzburg?

Wir haben seit dem Ende der Wien-Verbindung keine Kurzstrecke mehr. Was unter Druck kommt, sind Kurzstreckenflüge, wie sie es bisher gab. Jetzt stellen wir uns vor, in fünf oder acht Jahren gibt es das Elektro-Flugzeug, das sowieso nur auf der Kurzstrecke gut funktioniert. Dann sieht das Ganze wieder anders aus. Der Verkehrsmix ändert sich, aber auch die Bahn sagt, wir brauchen den Flug. Es geht darum, wie sich die Verkehrsträger idealerweise ergänzen können.

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