17.09.2021 07:00 |

Keine Konsequenzen

Corona-Ampel auf Rot: Unverständnis in Salzburg

Das Bundesland Salzburg ist das einzige Hochrisikogebiet in ganz Österreich. Die Corona-Ampel wurde am Donnerstag auf Rot gesetzt. Bei der Landesregierung stößt diese Entscheidung auf Unverständnis. Konsequenzen hat die neue Alarmstufe nicht - alles bleibt, wie es ist.

Geht es nach der Ampelkommission, herrscht im Bundesland Salzburg zurzeit ein sehr hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Im Land selbst sehen das die verantwortlichen Politiker anders. „Es ist für uns noch nicht ganz nachvollziehbar, wieso Salzburg als einziges Bundesland auf Rot gesetzt wurde“, heißt es aus dem Büro des Landeshauptmanns. „Wenn man die Bundesländer vergleicht, stehen wir mit unserer Sieben-Tage-Inzidenz besser da als Wien und Oberösterreich. Wenn man nach der Spitalsbettenbelegung geht, befinden wir uns sogar im Spitzenbereich“, heißt es weiter.

Neuer Wert wird für die Berechnung verwendet
Und tatsächlich: Betrachtet man die Sieben-Tage-Inzidenz, hat Salzburg mit einem Wert von 186,4 das dritthöchste Infektionsgeschehen - nach Wien und Oberösterreich. Entscheidend für die Ampelfarbe ist aber ein neuer Wert: die Sieben-Tage-Bilanz. In ihr werden auch Faktoren wie Alter der Patienten eingerechnet. Und gerade diese Bilanz fällt für Salzburg gar nicht gut aus. So hat Salzburg hier von allen Bundesländern den höchsten Wert - und bekommt dadurch den roten Stempel verpasst. Aber auch Wien ist gefährdet.

Laut Begründung der Ampelkommission ist in Salzburg die Inzidenz zu hoch, die Durchimpfungsrate zu niedrig und auch die Aufklärungsquote im Contact Tracing sei ausbaufähig.

Überrascht über die neue Farbe ist Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP): „Die Entscheidung ist nach dem neuen Stufenplan des Bundes nicht nachvollziehbar.“ Der richtet sich nach der Intensivbetten-Belegung. „Und die Ampelkommission argumentiert jedoch wieder mit den Inzidenzen“, so Stöckl.

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Reise-Rückkehrer haben die Inzidenz nach oben getrieben.

Der Salzburger Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP)

In der Stadt Salzburg ist die Inzidenz konstant hoch. Für Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) war die Ampel-Entscheidung absehbar. „Reise-Rückkehrer haben die Inzidenz nach oben getrieben. Wir versuchen weiter, die Leute zum Impfen zu bringen“, so Preuner. Schärfere Maßnahmen wie etwa Ausreisetests kann er sich für die Stadt Salzburg nicht vorstellen. Auch den Rupertikirtag sieht er nicht in Gefahr. „Wenn der Trend anhält, wird es bundesweit aber in Richtung 2G-Regel gehen“, so Preuner.

Corona-Todesopfer war erst 29 Jahre alt
Geht es um die Spitalsbelegung, steht Salzburg noch recht gut da. Bestürzung löste jedoch der letzte Corona-Todesfall aus: Das Opfer war nur 29 Jahre alt. Zwar war der Mann sehr schwer übergewichtig, hatte aber sonst keine Vorerkrankungen. Damit ist er der jüngste Salzburger, der an Corona gestorben ist.

Laut Stöckl sei die Risiko-Einstufung „ein Schuss vor den Bug“. Das Impfen und die Aufklärung in den Zielgruppen und Kulturkreisen soll stärker forciert werden.

Marie Schulz
Marie Schulz
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