22.08.2021 19:00 |

Platzmangel

Tiroler Kult-Flohmarkt stößt an seine Grenzen

Seit 20 Jahren ist in der Innsbrucker Haller Straße der Indoor-Flohmarkt von „Ho&Ruck“ beheimatet. An originellen Waren mangelt es nicht. Nur Platz ist mittlerweile Mangelware. „Wir könnten das Doppelte füllen“, sagt Geschäftsführer Thomas Holzer. 

Tausend und ein Quadratmeter zum Stöbern, Finden, Kaufen. Damit bewirbt das sozial-ökonomische Unternehmen „Ho&Ruck“ seinen Indoor-Flohmarkt in der Innsbrucker Haller Straße. Seit 20 Jahren ist die stattliche Halle Treffpunkt für Freunde origineller Einzelstücke aus zweiter Hand. Zum Standort-Jubiläum lässt Thomas Holzer von der Geschäftsleitung mit einer selbstbewussten Ansage aufhorchen. „Wir könnten auch 2002 Quadratmeter füllen.“ Es fehle weder an Zulieferern noch an Kunden.

Trödel ist schick, Nachhaltigkeit auch
Trödel ist schick, Nachhaltigkeit der Mehrwert für jene, die bei „Ho&Ruck“ einkaufen. Bis zu 80.000 Kunden tun das jedes Jahr – 270 pro Geschäftstag. Eine beeindruckende Bilanz, die Holzer um weitere imposante Zahlen ergänzen kann: „1000 Tonnen Ware wird jedes Jahr von uns verkauft und damit einer Wiederverwendung zugefügt.“

Eine olympische Fackel und andere Raritäten
Es gibt fast nichts, was es nicht gibt im größten Ganzjahres-Flohmarkt Tirols. „Ein Billardtisch, ein Motorboot, eine Fackel der Olympischen Spiele in Innsbruck“, zählt Holzer drei Highlights der vergangenen Jahre auf. An Raritäten mangelt es nicht. Nur der Platz ist mittlerweile Mangelware. 1984 als kleines Sozialprojekt in den Viaduktbögen gegründet, erfolgte 2001 der Umzug. „Vor 20 Jahren schien uns die Halle fast zu groß. Heute ist es überall voll. Eine Zeit lang haben wir versucht, die Höhe des Raumes auszuschöpfen. Doch rasch haben wir gemerkt, dass es dann unübersichtlich wird“, verweist der Geschäftsführer – er leitet mit seiner Kollegin Martina Wolf-Kuntner die Geschicke des Unternehmens – auf die Bedeutung eines ansprechenden Ambientes.

Großer Zulauf seit dem Ausbruch der Pandemie
In der Pandemie hat sich in der Haller Straße 43 einiges getan. „Viele haben daheim ausgemistet“, meint Holzer mit einem Augenzwinkern. Reichlich Ware kam rein. Acht zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen. Von 70 Jobs sind 42 sogenannte Transitarbeitsplätze, die Langzeitarbeitslosen eine neue Chance bieten. 2020 wurde die Definition aus aktuellen Erfordernissen um „Personen, die von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind“ erweitert. Derer gibt es laut AMS viele.

55 Prozent des Firmenbudgets erwirtschaften die „Ho&Ruck“-Mitarbeiter mit dem Verkauf gut erhaltener Stücke und Serviceangeboten wie dem Entrümpelungsdienst. 45 Prozent kommen über Förderung von AMS, Land und Stadt Innsbruck. Ein im wahrsten Wortsinn gutes Geschäft für alle.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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