Hilfskonvoi gestartet

Katastrophe in Belgien: Florianis eilen zu Hilfe

Großflächig überflutete Städte und Gemeinden sowie tausende verzweifelte Menschen, die nach wie vor in ihren Häusern eingeschlossen sind. Die belgischen Einsatzkräfte kämpfen seit vielen Stunden gegen eine Jahrhundertflut. Wenige Stunden nach dem Hilferuf formierte sich der erste Feuerwehr-Hilskonvoi aus Niederösterreich: Bereits um 17 Uhr starteten am 15. Juli 103 Katastrophenhelfer mit 26 Rettungsboten von der Landesfeuerwehrzentrale in Tulln. 

Die personellen und technischen Ressourcen in Belgien sind überlastet. Um die Evakuierungen zu beschleunigen, haben die dortigen Behörden vor wenigen Stunden den EU-Mechanismus ausgelöst und die europäischen Partnerländer um Hilfe gebeten. Das Innenministerium hat die Anfrage umgehend an Niederösterreich weitergeleitet und die Antwort folgte in Absprache mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner von Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner prompt: „Wir helfen natürlich gerne.“ 

Erster Konvoi startete innerhalb von sechs Stunden
Der erste Konvoi mit 103 Feuerwehrleuten ist bereits seit 17 Uhr unterwegs und hat 26 Rettungsboote im Gepäck, davon sieben spezielle Flachwasserboote, die wendig sind und Rettungsaktionen auch bei niedrigsten Wasserständen zulassen. „Sie können von Hand gerudert werden, aber auch durch einen Motor erweitert werden. Zusätzlich bestückt ist der Hilfstransport mit einem Hochwasserschutzcontainer, der mit allen modernen Arbeitsgeräten für derartige Einsatzszenarien ausgerüstet ist“, erklärt Feuerwehrsprecher Franz Resperger.

Kontingent kann um Vielfaches erweitert werden
Bei Bedarf kann das Kontingent um ein Vielfaches erweitert werden. „Wir könnten insgesamt bis zu 60 Rettungsboote samt ausgebildete Schiffsführer nach Belgien entsenden. Aber auch Großpumpen und leistungsfähige Stromgeneratoren. Unsere Leute stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß. Sie sind Auslandseinsätze mittlerweile auch gewohnt“, meint Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und hält Rückschau auf das Jahr 2014, wo es in Bosnien „Land unter“ hieß. Dort konnten die Feuerwehrleute aus Niederösterreich in einem 22-tägigen Einsatz 225 Menschen aus den Überschwemmungsgebieten retten und Wasser aus hunderten Häusern pumpen.

Der erste Konvoi mit 103 Feuerwehrleuten aus Niederösterreich ist um 17 Uhr vom Stützpunkt des NÖ Landesfeuerwehrverbandes in Tulln abgefahren und wird in den frühen Morgenstunden im Katastrophengebiet in Lüttich eintreffen.

René Denk
René Denk
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