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Karim Onisiwo schaffte auf Umwegen den Durchbruch

Die Karriere des Karim Onisiwo - alles andere als alltäglich. Als der Traum vom Profi schon geplatzt schien, hatte er mit 17 eine Lehre als Automechaniker begonnen. „Ich will nicht behaupten, dass ich deshalb handwerklich geschickt bin. Da belasse ich es lieber bei den Füßen“, lacht er im Rückblick. Letztlich gelang dem 29-Jährigen über Umwegen doch noch der Durchbruch. Von Regionalligist Austria Salzburg kommend, schaffte er mit Mattersburg 2015 auf Anhieb den Bundesliga-Aufstieg - sechs Monate darauf lief er bereits im Mainz-Dress in der deutschen Bundesliga auf.

Fünf Jahre und 130 Liga-Einsätze später sind auch alle Sprachbarrieren längst überwunden: „Als ich anfangs beim Bäcker eine Topfengolatsche bestellte, erntete ich bloß verdutzte Blicke.“ Heißt eben Quarktasche. Mit Freundin Jessica („Wir haben uns während meiner Zeit in Salzburg kennengelernt“) und Sohn Leroy (4 Jahre) genießt er die Zeit am Rhein: „Leroy ist hier geboren, somit ein waschechter Mainzer. Er ist im Gegensatz zu mir ein Linksfuß, schießt fast schon stärker als ich.“

Kindheitsfreund Alaba
Im Mainzer Mittelfeld punktet Onisiwo mit Tempo und „moves, sprich schnellen Bewegungen, die nicht gewöhnlich sind und ich mir seinerzeit im Käfig angeeignet habe.“ Mit einem Kumpel aus Kindheits-Tagen namens David Alaba: „Ich übernachtete öfter bei ihm oder er bei mir. Lustig, dass wir nun viele Jahre später im Team wieder vereint sind.“ Blicke zog Karim auch schon mit mancher Frisur wie etwa den Dreadlocks (Rastazöpfe) auf sich, die er sich im Fidel’s Place, einem Barbershop in Mainz, machen ließ: „Style-Inspirationen findet man auf TikTok oder Instagram genug.“

Mit Mainz kickte er sich aus der Krise, zuletzt beim 1:1 in Frankfurt gelang Onisiwo sein viertes Saisontor. Sein Fazit nach sechs Jahren A-Nationalteam? „Schwankend.“ 2015 debütierte der Wiener unter Marcel Koller, heute hält er bei elf Länderspielen. „Unter Foda bin ich nun kontinuierlich dabei, bekomme hie und da Einsatzminuten.“ Klar sieht er Luft nach oben, will sich noch mehr aufdrängen: „Das wäre speziell in Blickrichtung EURO ganz wichtig.“ 

Christian Reichel, Kronen Zeitung

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