05.05.2021 12:40 |

Plus von 10,1%

Häuserpreise in Österreich 2020 stark angestiegen

Die Pandemie hat bei vielen Menschen den Wunsch nach mehr privatem Wohnraum und mehr Grün geweckt. Einfamilienhäuser mit Garten waren 2020 dementsprechend sehr gefragt, gleichzeitig ging das Angebot zurück. Das trieb die Preise deutlich nach oben, von 2019 auf 2020 stiegen diese im Schnitt um 10,1 Prozent und damit doppelt so stark wie im Zehnjahresschnitt (plus 5,3 Prozent). Die Zahl der verkauften Häuser ging spürbar zurück und fiel auf das Niveau von 2014.

Das geht aus am Mittwoch veröffentlichten Daten des Immobilienmarktexperten Remax hervor. Diese basieren auf tatsächlich verkauften und verbücherten Häusern in Österreich.

Einfamilienhäusern ungebrochen stark nachgefragt
„Der vermehrte - sicherlich auch Pandemie-getriebene - Wunsch nach einem Haus mit eigenem Grün, war besonders stark ausgeprägt“, so der Geschäftsführer von Remax Austria, Bernhard Reikersdorfer. „Die tendenziell bessere Qualität der auf den Markt kommenden Einfamilienhäuser und die steigenden Grundstückspreise sind sicherlich auch mitverantwortlich für die spürbaren Preissteigerungen der letzten Jahre.“

Qualitätsanstieg verschärfte Teuerung
Im Österreich-Schnitt musste man für ein Einfamilienhaus im vergangenen Jahr 277.271 Euro berappen, das waren 25.400 Euro (10,1 Prozent) mehr als 2019 und um 75.050 Euro (plus 37,1 Prozent) mehr als vor fünf Jahren. Im Zehnjahreszeitraum betrug die Steigerung sogar 67,8 Prozent. Bereits in vier Bundesländern - Wien, Tirol, Vorarlberg, Salzburg - kostet ein Haus mittlerweile mehr als eine halbe Million. Die Zahl der verkauften Häuser ging dagegen von 11.923 im Jahr 2019 auf 10.723 zurück, das entspricht einem Rückgang von rund zehn Prozent.

Bundeshauptstadt am teuersten
Der Mengenrückgang sowie auch die Preissteigerungen betrafen alle Bundesländer. Am steilsten gingen die Preise in Wien bergauf. Im Schnitt wechselt dort ein Haus mittlerweile für 678.908 Euro den Besitzer, das waren 103.858 Euro oder 18,1 Prozent mehr als im Jahr 2019. Wien ist damit nicht nur das teuerste Bundesland für den Hauskauf, sondern liegt auch auf Bezirksebene nur hinter Kitzbühel, Innsbruck und Salzburg auf Rang vier.

Krise sorgte für Zurückhaltung bei Verkäufen
Eigentümer wären wegen der Corona-Krise zurückhaltender mit Verkäufen. „Selbst bei Objekten, die bisher rasch in den Markt geflossen sind, nämlich Verlassenschaften, gibt es Verzögerungen aufgrund von Lockdown und Quarantäne“, so Bernhard Rettig von Remax Eco.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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