21.03.2021 07:00 |

Keine Anträge

Betriebe warten ein Jahr lang auf Hilfe

Zigtausende Covid-Hilfsanträge verstauben weiter in den Behörden - auch weil Ansuchen erst jetzt digital abgearbeitet werden können.

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Mittlerweile hat Paul Perterer zumindest einen Bescheid erhalten – und damit die Bestätigung, dass er Entschädigung nach dem Epidemiegesetz erhält. Der Chef der Pension Lederergütl in Saalbach-Hinterglemm sollte damit Covid-Hilfen für die Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 erhalten. „Ich warte weiter auf die Auszahlung – seit einem Jahr“, sagt Perterer. Wann er sein Geld erhält, weiß er nicht. „Es ist eine Frage der Zeit. Zeit, die wir alle im Moment nicht haben.“

Die Fixkosten in seinem Betrieb laufen unermüdlich weiter. Die letzten Gäste durfte der Hotelier im vergangenen September empfangen. „Die ganze Wintersaison fiel flach“, sagt Perterer. Doppelt bitter: Auch der Lockdown-Umsatzersatz für den November und Dezember 2020 ist noch ausständig. „Die Entwicklung ist positiv, aber die ganze Abwicklung dauert einfach viel zu lange“, klagt er.

Paul Perterer ist längst kein Einzelfall in Salzburg. In den Behörden stapeln sich weiter unzählige unbearbeitete Corona-Hilfsanträge – die „Krone“ berichtete mehrfach. Bislang gibt es im ganzen Bundesland 22.380 Anträge. Positiv erledigt wurde bislang nur ein Bruchteil. Lediglich 330 Antragsteller bekamen bislang auch tatsächlich Geld überwiesen. Betroffen sind die unterschiedlichsten Branchen und die verschiedensten Unternehmensgrößen.

Erst jetzt gibt es die digitale Bearbeitung
Ein Mitgrund für die monatelangen Wartezeitung: Erst seit wenigen Wochen nutzt das Land ein digitales System für die Abarbeitung der Ansuchen. Händisch ausgefüllte Anträge müssen noch nachdigitalisiert werden. Danach soll endlich alles schneller gehen. In den nächsten acht Wochen soll „spürbar etwas weitergehen“, heißt es auf „Krone“-Anfrage aus dem Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Die Zeit drängt, viele Existenzen sind akut bedroht. Oder wie Hotelier Paul Perterer es ausdrückt: „Es wird immer schwieriger, die Banken bei Laune zu halten.“

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