Tirol-Bilanz für 2020

Corona schickte auch Verbrecher ins Homeoffice

Tirol
19.03.2021 13:09

Gleich wie beim österreichweiten Trend ist auch in Tirol die Gesamtkriminalität im Jahr 2020 zurückgegangen, die Cyberkriminalität ist jedoch gestiegen. „Das Coronavirus und seine Folgen haben nicht unwesentlich zum Rückgang der Zahlen beigetragen, auch die Straftäter waren im Homeoffice“, sagte Landespolizeidirektor Edelbert Kohler am Freitag bei der Präsentation der Kriminalstatistik in Innsbruck.

Die Zahl der Anzeigen ging im Vorjahr im Vergleich zu 2019 um 11,9 Prozent auf 35.967 gemeldete Delikte zurückgegangen. „Sehr erfreulich“ habe sich die Aufklärungsquote entwickelt, sagte Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamts. Diese sei von 59 Prozent im Jahr 2019 auf 62 Prozent im Vorjahr gestiegen. Damit liege Tirol im österreichweiten Bundesländervergleich an zweiter Stelle. „Besser ist nur Vorarlberg“, so Tersch.

Kriminalität verlagert sich ins Web
Trotz einer Zunahme bei der Internetkriminalität habe sich diese nicht so stark gesteigert, wie im österreichweiten Trend, erklärte die LKA-Leiterin. Während im Jahr 2011 lediglich 284 Delikte im Bereich der Internetkriminalität angezeigt worden waren, waren es im Jahr 2020 bereits 2.519 Straftaten. Im Vergleich zu 2019 ergab sich ein Anstieg um 14,9 Prozent.

Auffällig war, dass es im Jahr 2020 in Tirol keinen einzigen Banküberfall und auch keinen Juwelierüberfall gegeben habe. Banküberfälle gebe es schon seit längerem nur sehr wenige, meinte Tersch. Bei den Juwelierüberfällen müsse erst die Zukunft zeigen, ob sich dieser Trend fortsetze.

Deutsche bei fremden Straftätern auf Platz eins
Rund 60 Prozent der Verbrechen in Tirol wurden im Jahr 2020 von Österreichern begangen. Die Top 5 Herkunftsländer der in Tirol angezeigten Ausländer waren Deutschland - mit großem Abstand auf Platz eins - dahinter folgten Rumänien, die Türkei, Italien und Serbien.

Gewalt in der Privatsphäre
Zu Beginn der Pandemie habe es die große Befürchtung einer „Gewaltexplosion“ im privaten Bereich gegeben, erinnerte Kohler. Diese Befürchtung habe sich aber nicht so eindeutig bestätigt. Trotzdem gab es im Jahr 2020 eine deutliche Zunahme bei Gewalt in der Privatsphäre. 1.340 Gewaltdelikte wurden zur Anzeige gebracht, die im Rahmen des Familienkreises bzw. im privaten Umfeld begangen wurden. Dies stellte einen Anstieg von 16,3 Prozent dar. Ob an diesem Anstieg tatsächlich die Coronapandemie die Schuld habe, oder ob es sich um einen generellen Trend handle, müsse erst die Zukunft zeigen, sagte der Landespolizeidirektor.

Innsbruck bei geklärten Fällen top
Auch in der Landeshauptstadt Innsbruck setzte sich der allgemeine Trend des Kriminalitätsrückgangs 2020 fort. Und gleich wie im ganzen Bundesland konnte auch in Innsbruck die Aufklärungsquote gesteigert werden. Sie lag nun bei 64,9 Prozent. Damit sei Innsbruck die beste Landeshauptstadt im Bundesländervergleich, sagte Stadtpolizeikommandant Romed Giner.

Quelle: APA

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