22.02.2021 05:00 |

Gewalt, Kannibalismus

Hammer, LaBeouf, Manson: Stars zum Fürchten!

„Es ist reines Glück gewesen, dass ich von ihm weggekommen bin - und ein Wunder, dass ich es überlebt hab.“ Im Dezember hatte FKA twigs ihren Ex-Freund Shia LaBeouf wegen körperlichen, sexuellen und psychischen Missbrauchs verklagt. Eine Ex von Schauspieler Armie Hammer behauptet: „Er war fixiert darauf, mich zu beißen und hat mich angebettelt, ein Stück Haut aus meinem Arm herauszureißen und essen zu dürfen. Er hat mich gefesselt und mich dann mit einem Holzstock geschlagen.“ Rachel Evan Wood klagt an, Marilyn Manson habe ihr „Schreckliches“ angetan, sie gehirngewaschen, manipuliert und vergewaltigt.

Wie die Drehbücher von Psycho-Horrorfilmen lesen sich die Meldungen, die in den letzten Wochen über die US-Schauspieler Shia LaBeouf und Armie Hammer sowie den Schockrocker Marilyn Manson kursieren. Ehemalige Freundinnen der Stars wagen sich nach Jahren der Therapie an die Öffentlichkeit und erzählen ihre unfassbaren Geschichten. Von Traumatisierung und Todesangst ist die Rede.

Eiskalte Kontrolltaktiken
In einem Interview mit dem Magazin „Elle“ hat die Sängerin FKA twigs - bürgerlicher Name Tahliah Debrett Barnett - zum ersten Mal darüber gesprochen, wieso sie sich die Tortur fast ein Jahr lang angetan hatte. Sie war den eiskalt kalkulierten Kontrolltaktiken des „Transformers“-Star - von Liebesbombardierungen über psychologische Manipulation und soziale Isolation bis Schlafentzug - nicht gewachsen. Die 33-Jährige: „Wenn du einen Frosch ins kochende Wasser wirfst, springt er sofort wieder raus. Wenn du ihn in kaltes Wasser tust und es langsam zum Kochen bringst, bleibt er sitzen bis er verendet. Das genau beschreibt meine Erfahrung mit Shia.“

Die Sängerin war erfolgreich, finanziell gesichert und hatte viele Freunde und Familienrückhalt, als sie während der Dreharbeiten zu „Honey Boy“ mit LaBeouf zusammenkam: „Leute würden nie denken, dass so etwas einer Frau wie mir passieren könnte. Der größte Irrtum ist die Annahme von Leuten, dass man klug und stark genug ist, einfach zu gehen. Die Wahrheit ist, so etwas kann jedem passieren!“ In ihrem Fall stieg sogar am Ende eines Horrortrips am Valentinstag 2019 freiwillig wieder zu LaBeouf ins Auto, nachdem er sie die Nacht davor - laut ihrer Klage - gewürgt, mit dem Leben bedroht und körperlich misshandelt wurde. Die Fahrt nach Los Angeles wurde zu einem Höllentrip. LaBeouf fuhr so schnell und rücksichtslos, dass er immer wieder einen tödlichen Unfall riskierte. FKA twigs überlegte sogar, ob sie bei 140 km/h aus dem Wagen springen sollte: „Er hatte keinen Airbag auf der Beifahrerseite und war mir sicher, dass ich mir bei einem Unfall den Hals brechen würde.“ Sie überlebte die Fahrt und blieb noch drei weitere Monate bei LaBeouf.

Der schlief mit einer Pistole griffbereit im Schlafzimmer. Seine britische Freundin hatte Angst, nachts aufs Klo zu gehen - „weil er mich für einen Eindringling halten und erschießen könnte“. Sie knipste heimlich ein Foto der Waffe und schickte es an ihren Manager: „Ich dachte, falls er mich abknallt, wird das den Ermittlern helfen. Ich habe ständig kleine Sachen hinterlassen, mit denen man die Ursache meines Todes hätte aufklären können.“ Indem er sie von allen Freunden isolierte („Ich habe mich so geschämt für die Situation und lieber den Kontakt abgebrochen, als mich erklären zu müssen“), konnte LaBeouf seine Freundin noch besser kontrollieren.

Es war am Ende ihre Welttournee im Mai 2019, die ihr ermöglichte, die Beziehung mit ihrem Peiniger zu beenden. Kurz vorher hatte sie erfahren, dass LaBeouf ihr eine sexuell übertragbare Krankheit verheimlicht und sie damit angesteckt hatte: „Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich plötzlich die Kraft gefunden hätte, ihn zu verlassen. Dass ich mich endlich daran erinnert hätte, wie meine Mutter mich als starke Frau erzogen hat. Doch am Ende war alles nur Zufall, dass ich nicht noch immer in dieser Situation bin - und noch lebe.“ Es war die Distanz zu LaBeouf dank ihrer Tour, die ihr endlich den Mut gaben, Schluss zu machen und zu entkommen.

Bis heute steckt twigs noch „im Heilungsprozess“. Der Gang in die Öffentlichkeit hilft ihr bei der Verarbeitung der Folter-Beziehung, „weil ich durch mein Schicksal auf häusliche Gewalt aufmerksam machen kann“. Sie hofft, dass sie anderen Frauen helfen kann, aus Missbrauchs-Beziehungen zu fliehen. LaBeouf zog mittlerweile die Konsequenzen und wies sich selbst für Monate in eine Klinik ein, um sich therapieren zu lassen.

Kannibalismus-Vorwürfe
Noch schockierender sind die Vorwürfe gegen den Schauspieler Armie Hammer. Begonnen hatte alles mit einer Frau, die auf Instagram Nachrichten des Stars veröffentlicht hatte, die seine angebliche Vorliebe für Sadomaso-Sex und mit kannibalistischen Akten und Blutsaugen offenbaren sollten. So veröffentlichte die Frau - von der ist nur ihr Instagram-Name „House of Effie“ bekannt - diese Nachricht, die angeblich von Hammer stammen soll: „Ich bin zu 100 Prozent Kannibale. Ich will dich essen! Fuck, es ist zu Fürchten, es zuzugeben. Ich habe das noch nie vorher zugegeben.“ Als Beweis veröffentlichte sie später das Foto einer Hand mit einem Tattoo, das Hammer am Finger haben soll. Die Instagrammerin war nicht die Einzige in Angst vor Hammer.

„Zwischen uns war es wie bei ‚50 Shades of Grey‘, nur ohne Liebe.“ Eine Ex-Freundin von Armie Hammer beschrieb, wie der Star bei ihr seine sadomasochistischen Christian-Grey-Fantasien ausgespielt hatte. Laut Paige Lorenze bei „DailyMailTV“ griff ihr Promi-Lover sogar zum Messer und ritzte ein „A“ in ihre Haut - „direkt über meiner Vagina“.

Die ehemalige Profi-Skiläuferin war vier „tief traumatische“ Monate mit dem Schauspieler zusammen gewesen. Dieser hatte sie auf Instagram angeschrieben und sich mit ihr im letzten Sommer in einer Hotelbar in West Hollywood getroffen. Nach mehreren Flaschen Wein überredete er Lorenze, ihn mit zur Villa eines Freundes zu begleiten. Sie landeten im Schlafzimmer: „Er hat mir verraten, dass er ein Sadomasochist ist. Ich wusste echt nicht, was das genau ist. Ich dachte vielleicht es ist ein Kult wie Scientology.“

Hammer klärte sie auf, was genau er wollte. Und habe bereits den ersten Sex zum „Rollenspiel“ gemacht: „Er hat verlangt, dass ich ihn entweder Daddy oder Sir nenne!“ Laut der 22-Jährigen verlor Hammer bei seinen „sexuell perversen Lüsten“ immer öfter die Kontrolle: „Er war fixiert darauf, mich zu beißen und hat mich angebettelt, ein Stück Haut aus meinem Arm herauszureißen und essen zu dürfen. Er hat mich gefesselt und mich dann mit einem Holzstock geschlagen.“

Hammer ließ durch seinen Anwalt die Vorwürfe dementieren: „Was über Mr. Hammer gesagt wird, ist absolut nicht wahr. Alle Interaktionen mit dieser Person und allen Partnern, die er hatte, waren vorher abgesprochen und beruhten auf völliger Gegenseitigkeit!“ Hollywood ist mit dem Schauspieler aber vorerst durch. Er verlor Rollen oder zog sich selbst aus Projekten zurück. Seine Ex-Frau Elizabeth Chambers, die sich im letzten Sommer nach zehn gemeinsamen Ehejahren von dem „Call Me By Your Name“-Darsteller getrennt hatte, erklärte, dass sie die Anschuldigungen „gehört“ habe und versprach den Opfern des mutmaßlichen Missbrauchs ihre Unterstützung.

„Schrecklicher“ Missbrauch
Gleich mehrere Frauen, darunter die Schauspieler Rachel Evan Wood, werfen Schock-Rocker Marilyn Manson schweren Missbrauch vor. „Ich bin hier, um den gefährlichsten Mann zu entlarven“, schrieb Wood auf Instagram. „Er hat mein Vertrauen erschlichen, als ich noch ein Teenager war, und mich dann jahrelang schrecklich missbraucht“, erklärte sie. „Ich habe psychischen und sexuellen Missbrauch erfahren, der mit der Zeit immer schlimmer wurde. Mein Leben wurde bedroht, ich wurde Gehirnwäschen unterzogen. Ich wachte auf, weil der Mann, von dem ich glaubte, dass er mich liebt, mich vergewaltigte, weil er mich für bewusstlos hielt.“

Der Star aus „Westwood“ und „True Blood“ war erst 18 als sie mit Manson zusammenkam. An die Öffentlichkeit ging die 33-Jährige, um ihren 52-jährigen Ex daran zu hindern, noch „mehr leben zu ruinieren.“ Sie „stehe an der Seite der vielen Opfer, die nicht länger schweigen werden.“ Vier weitere Opfer meldeten sich zeitgleich mit Wood und schilderten ihre schlimmen Erfahrungen. Model Sarah McNeilly enhüllte, der Musiker habe sie zuerst „eingelullt“, um sie „emotional zu quälen“. Wenn er meinte, sie sei nicht „brav“ gewesen, hätte er sie eingesperrt und im Nebenraum Sex mit anderen Frauen gehabt.

„Er warf Dinge nach mir, er fügte mir Schnittwunden beim Sex zu und er zwang mich, Drogen zu nehmen“, machte die Künstlerin Gabriella auf ihrem Instagram-Account öffentlich. Er habe sie immer wieder gefesselt, vergewaltigt und gegen ihren Willen nackt fotografiert. Zuletzt hatte die Schauspielerin Esme Bianco gegenüber ‘Good Morning America’ erklärt, in einem Video von dem Musiker ausgepeitscht worden zu sein: „Er hat mich in seinem Schlafzimmer eingeschlossen, hat mich halbnackt an ein hölzernes Betpult gefesselt und mich mit einer Peitsche geschlagen.“

Auch Rose McGowan war in der Vergangenheit dreieinhalb Jahre lang mit Manson liiert, davon zwei sogar verlobt. In einem Instagram-Statement machte sie ihre Solidarität für die Frauen deutlich. „Mir tun alle zutiefst leid, die Missbrauch und psychische Folter durch Marilyn Manson erlitten haben. Wenn ich sage, dass Hollywood ein Kult ist, dann meine ich, dass die Entertainment-Industrie inklusive der Musik-Industrie ein Kult ist“, schrieb die frühere „Charmed“-Darstellerin. „In Kulten wird die Fäule an der Spitze beschützt. Dort herrscht eine Krankheit, die gestoppt werden muss.“ Die Industrie würde auswählen, wer schützenswert sei und wer zu den Opfern gehöre.

Einem Bericht des „Hollywood Reporter“ zufolge soll es schon vor Jahren im Rahmen der „Mee Too“-Bewegung eine Anzeige gegen Marilyn Manson, der eigentlich Brian Warner heißt, gegeben haben. Der Sänger wies alle Vorwürfe zurück - damals wie heute. Aus Angst, wegen der Vorwürfe angegriffen zu werden, soll er einem Bericht der „Sun“ zufolge einen 24-Stunden-Personenschutz engagiert haben, falls jemand vor seinem Haus in Los Angeles auftauchen sollte. „Auch in guten Zeiten ist er total paranoid, aber diese Anschuldigungen haben ihn wirklich fertig gemacht - und er hat hartnäckig darauf bestanden, dass er beschützt werden muss“, erklärte ein Insider. 

Quellen: Enterpress News Agentur, Bang, APA

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz
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