19.01.2021 07:27 |

„Es muss weitergehen“

Millionenschaden nach Brand in Motorradmuseum

In ein flammendes Inferno verwandelte sich am Montag in den frühen Morgenstunden das höchstgelegene Motorradmuseum Europas: Das „Motorcycle Museum“ an der Timmelsjochstraße im Tiroler Hochgurgl brannte vollkommen aus. Zumindest konnten die Feuerwehren die Talstation der Kirchenkarbahn und ein Restaurant retten. Der Schaden ist dennoch enorm. Weit über 200 historische Gefährte sind unwiederbringlich verloren.

Der Alarm langte um 4.38 Uhr bei der Feuerwehr Gurgl ein. „Ein Brandmelder hatte angeschlagen“, sagt Kommandant Matthias Klotz. Der Feuermelder hatte zudem zwei Mitarbeiter, die in dem Gebäude wohnten, rechtzeitig geweckt. Deren Versuche, den Brand mit Feuerlöschern zu bekämpfen, scheiterten, sie mussten aus dem Gebäude flüchten.

„Als wir am Brandort in rund 2200 Metern eintrafen, stand das Museum im ersten Stock praktisch schon in Vollbrand“, schildert Klotz weiter. Während die Feuerwehren von Sölden, Vent, Huben, Längenfeld und Imst nachalarmiert wurden, breitete sich der Rauch im gesamten Gebäude aus. Davon betroffen waren auch die angebaute Talstation der Kirchenkarbahn, ein Restaurant und ein zweiter, kleinerer Teil des Museums im Erdgeschoss.

Zusätzliches Löschwasser aus Beschneiungsanlage
Mit Tankfahrzeugen wurde Wasser zum entlegenen Brandort transportiert, dazu haben die über 100 Florianijünger Wasser der Schneeanlage für die Löscharbeiten verwendet. Die Minusgrade erschwerten den Großeinsatz, immer wieder gingen dadurch Schläuche kaputt.

„Wir konzentrierten uns besonders darauf, die Talstation der Kirchenkarbahn sowie das Restaurant vor den Flammen zu retten“, erzählt FFW-Kommandant Klotz. Dies scheint, so ein erstes Resümee am frühen Nachmittag, als immer noch nicht vollständig „Brand aus“ war, geglückt zu sein.

Besitzer des Museums bestürzt
Es entstand jedenfalls Schaden in Millionenhöhe, wie Alban Scheiber, gemeinsam mit seinem Bruder Attila Besitzer des Museums, die „Tiroler Krone“ informierte. „Ich muss das erst realisieren“, zeigte er sich bestürzt.

Zitat Icon

Wir wollten hier Motorradgeschichte schreiben. Das Interieur war wertvoller als das Gebäude selbst.

Alban Scheiber, Besitzer des Museums

„Es muss trotzdem weitergehen“
„Zusammen mit unserem Vater haben wir das Museum aufgebaut und in den vergangenen 15 Jahren Motorrad- und Autoraritäten aus der ganzen Welt hier zusammengetragen.“ Weit über 230 Motorräder und Autos wurden ein Raub der Flammen. „Es muss trotzdem weitergehen“, sagte der geschockte Besitzer.

Bezirksbrandermittler und Experten vom LKA Tirol versuchen nun, die bisher unbekannte Ursache des Feuers zu klären. Laut FFW-Kommandant Klotz dürfte das Inferno hinter dem Museumseingang seinen Ausgang genommen haben.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
Hubert Rauth
Hubert Rauth
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