09.01.2021 06:00 |

Ex-Geschäftsführer

Nach Rauswurf: Vukan geht mit SPÖ hart ins Gericht

„Man kann eine Partei nicht führen wie vor 30 Jahren!“ Anton Vukan, der Ex-Landesgeschäftsführer der steirischen SPÖ, findet nach seinem Rauswurf bei den Roten deutliche Worte.

„Jede Organisation, die sich nicht ändert, ist zum Scheitern verurteilt“, sagt Anton Vukan zur „Krone“ - und schielt dabei auf seine Ex-Partei. Tatsächlich mit einem weinenden Auge: Die SPÖ hat ja gleich zu Jahresbeginn Tabula rasa gemacht und ihren ehemaligen Geschäftsführer aus der Partei ausgeschlossen. Dass er mit seiner eigenen Namensliste in Mureck abgeräumt und damit den Roten in der südsteirischen Gemeinde quasi den Todesstoß versetzt hat, konnte man ihm nicht verzeihen. Dabei hatte Vukan Parteichef Anton Lang in alter Freundschaft zuvor noch geraten: „Es wäre besser, ihr kandidiert nicht."

„Versucht, die Partei zu öffnen“
Auf gut Deutsch gesagt: Die steirische SPÖ hat verkrustete Strukturen, die Vukan damals sukzessive aufbrechen wollte. „Ich habe in meiner Zeit als Landesgeschäftsführer versucht, dass wir die Partei öffnen. Beispielsweise haben wir in der Messehalle zu einem Parteitag auch Nicht-Mitglieder eingeladen.“ Dieser Trend sei nun gestoppt - ja gehe aktuell sogar in eine andere Richtung. „Man kann eine Partei nicht führen wie vor 30 Jahren!“

Was der erfolgreiche Bürgermeister genau damit meint? „Die Anrede ,Genosse‘ etwa ist nicht mehr zeitgemäß. In der Region wollen das die Leute nicht mehr sagen und nicht mehr hören. Aber daran ich bin gescheitert.“

Zusammenarbeit statt Parteipolitik
Stichwort Region: Hier zähle nicht Parteipolitik, sondern Zusammenarbeit. Das sei auch der Hauptgrund gewesen, warum der Murecker mit einer eigenen Liste ins Rennen ging. Er habe schlicht keine Personen gefunden, die für die SPÖ kandidiert hätten. „Dann ist mir nichts anderes übrig geblieben.“

„Tut mir schon sehr weh“
Warum er nicht zum „Ausschlussverfahren“ in die Parteizentrale gekommen sei? „Ich habe da nicht mitgemacht, ich hätte ja sogar Zeugen wie vor Gericht mitnehmen sollen.“ Nichtsdestotrotz ist Anton Vukan seiner Ex-Gesinnungsgemeinschaft nicht „gram“. „Aber ich sage ehrlich, das Ganze tut mir schon sehr weh nach so langer Zeit.“

Vukans Gattin wird nun auch das Parteibuch zurücklegen - und andere SPÖ-Mitglieder in Mureck ebenso, wie man hört.

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