13.10.2020 06:00 |

Drei Häftlinge türmten

Ausbruch in Karlau: Razzien in allen Gefängnissen

Nicht erst seitdem sich - wie berichtet - vergangenes Wochenende drei Häftlinge durch ein Loch in der Fassade der Justizanstalt Graz-Karlau abseilten, wird über die Sicherheit unserer Gefängnisse diskutiert. Am Montag stand bei österreichweiten Razzien in allen Anstalten die Ausbruchswahrscheinlichkeit auf dem Prüfstand.

Zwar durften die zwei Tschetschenen und der Rumäne nur wenige Minuten den Duft der Freiheit auskosten – sie wurden gefasst. Doch steht der Ausbruch aus der Karlau sinnbildlich für die Lage in allen Haftanstalten.

Ausbruch in Graz-Jakomini im Juli nur knapp verhindert
Denn auch in Graz-Jakomini wurde erst im Juli ein ähnlicher Coup nur knapp verhindert. Schwerverbrecher - darunter ein Gewalttäter und der Grazer Serienbrandstifter - hatten die dicke Außenmauer wie in der Karlau mit Besteck und Bettteilen bearbeitet, die Flucht stand direkt bevor.

Nach zahlreichen „Krone“-Artikeln über geplante Ausbrüche standen am Montag Razzien in allen Hafträumen und deren genaue Untersuchung im gesamten Land auf dem Programm.

650 Mann im Einsatz, 4000 Hafträume durchsucht
„Bei der kurzfristig angesetzten Maßnahme waren 650 Justizwachebeamte im Einsatz. Bundesweit wurden alle technischen Sicherungseinrichtungen kontrolliert“, erklärte Christina Ratz vom Justizministerium. Mehr als 4000 Hafträume und 300 Betriebe wurden durchsucht.

Die Ausbeute laut Ratz: In vier Justizanstalten wurden „kleinere Funktionseinschränkungen“ festgestellt, etwa Defekte bei Detektoren. Sie werden nachgebessert.

Stefan Steinkogler und Eva Stockner, Kronen Zeitung

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