„Ferrari verdienen“

Für Rapid stellt sich die Frage der Moral

Die Corona-Krise, Trainer und Mitarbeiter in Kurzarbeit - daher will Rapids Sportchef Zoran Barisic auch bei Abgängen eigentlich keine Transfers tätigen. Im Visier hat er stattdessen Spieler, die „sich einen Ferrari verdienen wollen - nicht solche, die schon einen Ferrari haben“. Für Barisic und Rapid stellt sich die Frage der Moral.

Warum hat er noch nicht? Dann muss er aber ...? Die Sorgen der fordernden Fans hört Zoki Barisic oft. Denn wenn Thomas Murg und/oder Taxi Fountas und Dejan Ljubicic noch gehen, dann ...

„... desto krasser wird es“
Das weiß Rapids Sportchef alles. „Je näher der 5. Oktober kommt, desto krasser wird es“, kennt auch er das Ablaufdatum der Transferperiode. Doch Corona, die (finanzielle) Krise lässt sich nicht ausblenden. Da wird auch Vollprofi Barisic emotional, verrät der „Krone, wie es wirklich in ihm ausschaut“: „Meine Moral erlaubt es mir nicht, jetzt Spieler zu holen. Ich habe eine Verpflichtung gegenüber meinen Trainern und Mitarbeitern. Viele sind schon lange in Kurzarbeit. Ich könnte mich nicht mehr in den Spiegel schauen.“

Und dennoch muss er auf Abgänge vorbereitet sein, hat er den Markt längst sondiert. Aber es ist eine Gratwanderung. „Wir schauen nicht nur auf das Hier und Jetzt, sondern auf den Klub, der Trainer zieht da voll mit“, steckt Rapid für Barisic nach wie vor in einem „Überlebenskampf“

Spieler entwickeln
Weshalb er keine falschen Erwartungen an sofortige Verstärkungen aufkommen lässt: „Wir wollen Spieler, die wir entwickeln können, die uns sportlich mittelfristig helfen. Spieler, die sich einen Ferrari verdienen wollen. Und nicht Spieler, die schon einen Ferrari haben.“ Die kann sich Rapid ohnehin nicht leisten. Und sie passen auch nicht zur Philosophie.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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