25.09.2020 06:00 |

Après-Ski fällt aus

Katerstimmung auf den steirischen Skibergen

Schluss mit der Hüttengaudi im heurigen Corona-Winter. Die Schladminger Tenne bleibt vielleicht ganz zu. Wirte rechnen mit Verlusten in Millionenhöhe. Entspannter sieht man Situation im Murtal.

Statt des Einkehrschwungs droht ein vorzeitiges Abschwingen! Nach den neuen Vorgaben der Bundesregierung für die kommende Wintersaison türmen sich über den steirischen Skibergen gewaltige Fragezeichen auf. Längst gehört das Après-Ski für Tausende Urlauber einfach zu einem perfekten Tag auf der Piste dazu und spült so auch richtig viel Geld in die Wintersportorte.

Doch heuer schaut es für die gepflegte Hüttengaudi relativ finster aus. „Wer werden uns die Maßnahmen im Detail anschauen und dann entscheiden, ob wir überhaupt aufsperren“, sagt etwa Hermann Egger, Geschäftsführer und Teilhaber der Hohenhaus Tenne Schladming. „Für uns ist es etwa von essenzieller Bedeutung, ob Barhocker erlaubt sind - sind sie es nicht, werden wir nicht aufsperren.“

„Massive Auswirkungen auf Nächtigungen“
Der Tiroler rechnet mit einem Ausfall in Millionenhöhe. „Jeden Tag werden wir mit neuen Regelungen konfrontiert, die in der Praxis nicht umsetzbar sind. Es ist höchste Zeit für die Politik, sich eine Exit-Strategie zu überlegen. Viele vergessen ja, dass der fehlende Après-Ski auch massive Auswirkungen auf die Nächtigungen haben wird.“

„Erfahren alles nur aus den Medien“
Oben auf der Planai ist auch Schafalm-Wirt Reinhard Schütter das Lachen beim Ausblick auf die Wintersaison vergangen. „Über die Gastronomie wird einfach immer drübergefahren - vielleicht sollten auch wir einmal zum Ballhausplatz fahren.“ Vor allem der Mindestabstand zwischen den Tischen und die Vermeidung einer Durchmischung von Gruppen sorgen für Kopfschütteln. „Das ist alles langsam nicht mehr machbar. Bei uns sitzen die meisten Leute ohnehin Rücken an Rücken und dennoch müssten wir wohl an die 50 Trennwände einziehen. Was ich auch nicht verstehe, ist, dass wir Hüttenwirte alles nur aus den Medien erfahren - wir selbst bekommen null Information, auch nicht von der Wirtschaftskammer.“

„Das Wichtigste sind volle Gondeln“
Weniger dramatisch sieht man die Lage im Murtal: „Wir haben im Grunde mit diesen Regeln gerechnet. Das Wichtigste ist, dass wir die Gondeln voll besetzen dürfen“, stellt Karl Fussi, Chef am Kreischberg und im Lachtal, klar. „Wobei das Après-Ski-Erlebnis bei uns kein wesentlicher Teil der Urlaubsentscheidung ist, das trifft andere Gebiete sicher härter. Wir rechnen allerdings dennoch mit einem Gesamt-Minus von bis zu 20 Prozent für diese Saison.“

In der Politik versucht man optimistisch in die Saison zu gehen: „Die steirischen Unternehmen haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie den Gästen ein sicheres Urlaubserlebnis bieten können und sind auch für den Winter gut vorbereitet“, ist Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl überzeugt. Im letzten Winter verzeichnete die Steiermark mit knapp 4,9 Millionen Nächtigungen eines der schlechtesten Ergebnissen überhaupt - dabei lag man bis Februar noch auf Rekordkurs, doch dann kam ein Virus

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
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