Fußball

Spiel im Lockdown-Land

Salzburg-Boss über CL-Quali: „Politische Willkür“

Fußball-Meister Red Bull Salzburg hätte sich wohl keine bessere Generalprobe für das Hinspiel im Champions-League-Play-off bei Maccabi Tel Aviv wünschen können. Die Bullen haben aber auch andere Sorgen: Salzburg-Geschäftsführer Stefan Reiter und der Klub hoffte auf eine Verlegung des CL-Quali-Spiels. Vergeblich. Man feierte am Samstag einen 4:1-Heimsieg über den SCR Altach und übernahmen damit die Tabellenführung in der Bundesliga. Dabei steckten sie eine frühe Rote Karte für Andre Ramalho ebenso locker weg wie einen 0:1-Rückstand. Fokus ist aber schon auf Israel.

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Wie groß das Selbstvertrauen ist, zeigte sich, als Salzburg-Trainer Jesse Marsch über den Rotsünder Ramalho scherzte. „Ich habe ihm gesagt, dass sein Ausschluss schlau und eine gute Herausforderung für uns war“, erzählte der US-Amerikaner augenzwinkernd.

Tatsächlich strahlte seine Mannschaft trotz Rückschlägen Charakter und Stärke aus und ließ sich die nummerische Unterlegenheit nie anmerken. „Unser Ziel ist immer, dass die Mentalität besser als die Qualität ist. Und wir haben hier viel Qualität“, sagte Marsch.

Besonders hervorgetan hat sich neben dem abermals sehr starken Dominik Szoboszlai das Sturmduo Patson Daka und Sekou Koita (oben im Bild). „Koita ist im Moment sehr gut. Wir haben viel mit ihm über taktische Dinge gesprochen. Patson hat sich in den letzten zwölf Monaten super entwickelt. Er ist stärker, fitter, schlauer“, lobte der Coach, während er aber auch auf den Konkurrenzkampf mit Mergim Berisha und Karim Adeyemi sowie die enorme Dichte im Kader verwies. „Ich habe schon öfters gesagt, ich kann bei der Aufstellung keine falsche Entscheidung treffen.“

Der Blick nach dem Spiel richtete sich schnell auf Dienstag. Davor steht am Sonntag ein nur wenig intensives Training und die Analyse von Maccabi am Programm. Am Montag geht es dann nach Israel, das sich aufgrund hoher Infektionszahlen wieder im Corona-Lockdown befindet (unten im Bild sehen Sie den am Coronavirus erkrankten Maccabi-Verteidiger Dan Glazer).

Die Salzburger hatten auf eine Verlegung des Spiels gehofft. „Es ist schon eine gewisse Skurrilität und politische Willkür, dass in einem Land im Lockdown Fußball gespielt wird“, sagte Geschäftsführer Stefan Reiter am Samstag im Sky-Interview.

Trotz aller Widrigkeiten wollen die Salzburger mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise antreten. „Unser Ziel ist immer, mit unserer Art und Weise zu spielen, das Spiel mehr als der Gegner kontrollieren zu können. Wenn wir das schaffen, können wir auch das Ergebnis kontrollieren“, meinte Marsch, der die kurze Vorbereitungszeit nicht als Problem sieht. „Wir sind jetzt ein Jahr zusammen. Wenn wir über taktische Dinge bei der Videoanalyse reden, können wir das gut umsetzen. Die Jungs sind bereit.“

Altacher nicht im „Hier und Jetzt“
Das bekamen auch die Altacher zu spüren, die den günstigen Auftakt des Spiels nicht nützen konnten. „Manche Spieler haben nicht im Hier und Jetzt gespielt, waren in Gedanken schon bei einem oder drei Punkten“, erklärte Trainer Alex Pastoor. „Wir sind dann immer zwei, drei Sekunden zu spät gekommen, dann schaut das Spiel so aus. Es war eine sehr enttäuschende Leistung als Mannschaft.“

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