Verbesserung gefordert

EU-Agrarminister diskutieren Lebendtiertransporte

Derzeit findet im Deutschen Koblenz ein Treffen der EU-Landwirtschaftsminister statt. Neben den Agrarministern der EU-Mitgliedsstaaten ist auch der für Landwirtschaft zuständige EU-Kommissar Janusz Wojciechowski mit dabei. Besonders groß ist der Widerstand gegen das fertig ausgehandelte Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, es geht aber auch um „tierfreundliche Lebendtiertransporte“.

Eines der zentralen Themen der Arbeitssitzung sind „Tierfreundliche Lebendtiertransporte“. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat dazu klar die österreichische Position vertreten:

  • Es braucht dringend ein EU-weites Exportverbot von Schlachtvieh in Drittstaaten
  • eine Absenkung der Höchstdauer für Lebendtiertransporte und Angleichung an österreichisches Recht
  • und der ungleiche Vollzug in verschiedenen Mitgliedstaaten sowie fehlende Kontrollen müssen ein Ende haben.

Elisabeth Köstinger dazu: „Kein Bauer will seine Tiere leiden sehen. Wir haben in Österreich sehr strenge Regeln, an die sich Bäuerinnen und Bauern halten müssen. Diese Regeln sollten auch andere Mitgliedsstaaten einführen. Schlachttiere dürfen in Österreich zum Beispiel nur viereinhalb Stunden transportiert werden, in der EU liegt diese Grenze bei acht Stunden.“ Wir importieren übrigens derzeit nur aus einem Drittstaat, unserem direkten Nachbarn, der Schweiz. Im ersten Quartal 2020 waren das elf Rinder und ein Tier aus der Kategorie „Schaf/Ziege“ sowie 21.900 aus der Kategorie „Geflügel“.

Entenfellner: „Transporte ins Ausland gehören verboten“
„Wenn es um Zuchtrinder geht, kann man Samen in Drittländer schicken. Künstliche Besamung ist weltweit schon gelebte Praxis, keiner versteht, warum man das nicht so handhaben könnte“, schlägt etwa „Krone“-Tiereckenchefin Maggie Entenfellner vor. Oder: „Tiertransporte ins Ausland müssen einfach verboten werden, als Alternative, die ebenfalls wirtschaftlich kein Nachteil sein sollte, ist doch die Variante in Kühlwagen. Mit gekühltem Fleisch und eingehaltener Kühlkette überhaupt kein Problem.“

Gesprochen wird auch über ein wichtiges Freihandelsabkommen: Die EU und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten sich im vergangenen Juni nach 20 Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Assoziierungsabkommen zur Bildung der größten Freihandelszone der Welt verständigt. Bevor es in Kraft treten kann, muss es von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Gegen die Ratifizierung des Abkommens in seiner jetzigen Form sind laut Klöckner die Agrarminister von nahezu allen EU-Ländern: Etwa wenn in Brasilien Regenwald gerodet werde, um möglichst schnell an Ackerland zu kommen und mit niedrigen Auflagen Futter- und Lebensmittel zu produzieren, "dann ist das eine Wettbewerbsverzerrung", sagte die CDU-Politikerin.

Die Ratifizierung hakt ohnehin. Die Parlamente in Österreich, in den Niederlanden sowie in der französischsprachigen Region Belgiens haben das ausgehandelte Abkommen bereits abgelehnt. Neben den Vertretern der europäischen Landwirtschaft sind besonders Umweltschützer dagegen, weil sie weitere Abholzungen im Amazonasgebiet befürchten.

Als großer Erfolg kann der „Krone“-Gipfel gegen Tiertransporte bezeichnet werden. Trotz harter Forderungen im Auftrag unserer Leser gab es bei allen Teilnehmern breite Einigkeit — im Sinne der Tiere. Was sich seit dem großen von der „Krone“ einberufenen Gipfel zum Thema Tiertransporte getan hat, lesen Sie hier.

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Samstag, 18. September 2021
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