23.07.2020 14:57 |

Bis zu 20 Jahre Haft

Überfall auf Juwelierfamilie: Anklage eingereicht

Nach einem Überfall auf eine Salzburger Juwelierfamilie am 15. August 2019 hat die Staatsanwaltschaft Salzburg jetzt Anklage gegen einen 42-jährigen Tschechen beim Landesgericht Salzburg eingebracht. Dem Mann wird schwerer Raub, erpresserische Entführung, Brandstiftung und schwere Nötigung vorgeworfen.

Der Beschuldigte wurde im November 2019 in Prag festgenommen und sitzt seit März in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft. Er soll die brutale Home Invasion zu Maria Himmelfahrt am Heuberg in Koppl (Flachgau) mit zwei bisher unbekannten Komplizen verübt haben.

In Villa eingedrungen
Bei dem Überfall drangen drei maskierte Männer über die unversperrte Balkontür in die Villa der Familie ein. Sie bedrohten den 41-jährigen Familienvater, seine 35-jährige Frau, die zwei Kleinkinder des Paares sowie das 26-jährige Au-pair-Mädchen. Einer der Täter hatte eine Pistole bei sich. Das Trio fesselte die Erwachsenen, dann wurde die Juwelierin gezwungen, in das am Feiertag geschlossene Geschäft nach Salzburg zu fahren, um Schmuck zu besorgen. Die Räuber durchsuchten die Villa nach Wertgegenständen.

Auch Brand gelegt
Während die Frau der Forderung nachkam, zwangen die Maskierten das Au-pair und die zwei Kinder in ein Auto. Der Vater musste gefesselt in den Kofferraum steigen. Anschließend setzten die Männer die Villa an mehreren Stellen in Brand, vermutlich um Spuren zu zerstören, und flüchteten in dem Pkw. Doch der Wagen blieb in einem nahen Waldstück hängen. Die Täter setzten deshalb die Flucht zu Fuß fort. Wanderer befreiten die Geiseln aus dem Auto.

Bis zu 20 Jahre Haft drohen
Über den Wert der Beute machte die Polizei keine Angaben. Die Juwelierfamilie ist nach dem Überfall aus der Villa angeblich ausgezogen. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Tschechen zehn bis 20 Jahre Haft. Die Anklage wurde am 16. Juli bei Gericht eingebracht, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher, am Donnerstag erklärte.

Die Anklageschrift wurde dem Beschuldigten und seinem Verteidiger bereits zugestellt. Sie ist noch nicht rechtswirksam. Ein Prozesstermin steht deshalb noch nicht fest.

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