23.06.2020 14:11 |

Attacke in Dolomiten

Jäger stürzt sich auf Bär, um Sohn zu schützen

Ein Wanderausflug in den italienischen Alpen hat für einen 59-Jährigen und seinen 28-jährigen Sohn am Montag ein jähes Ende gefunden: Die beiden Männer wurden von einem Bären attackiert und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. In Interviews spricht der Vater, der den Bären letztlich abwehren konnte, von einem Wunder.

Die beiden Jäger waren am Monte Peller in den Dolomiten unterwegs, als es zu der unheilvollen Begegnung kam. Das Tier hatte den 28-Jährigen laut Einsatzkräften unter sich begraben. Der Vater stürzte sich daraufhin auf den Bären, um seinen Sohn zu befreien. Der 59-Jährige erlitt bei dem Vorfall Knochenbrüche an einem Bein und tiefe Wunden. Der Sohn kam mit oberflächlichen Verletzungen davon.

Tier kam „wie ein Blitz“
„Wie ein Blitz“ sei das Tier aus dem Wald gekommen, zitieren lokale Medien Vater Fabio Misseroni. Sein Sohn sei gestürzt, also er sich von dem Bären entfernen wollte, schildert Misseroni: „Der Bär warf sich auf meinen Sohn, trat ihm dabei auf die Beine. Da bin ich gegen ihn angetreten, um (meinen Sohn) Christian zu verteidigen. Er biss mich in ein Bein, dann in einen Arm, dann in die andere Hand. Dann ging er weg, wie durch ein Wunder. Er hätte uns beide töten können.“

Aber ob der Bär von Anfang an aggressiv war oder die Menschen ihn mit ihrem Verhalten aufgescheucht haben, ist unklar. Geprüft wird, ob es eine Bärin mit Jungen war. „Bären haben normalerweise Angst vor Menschen, sie weichen ihnen aus. Aber wenn eine Bärin Junge hat, dann verteidigt sie diese“, erklärt ein Sprecher der Provinz Trentino.

Ab und zu Zwischenfälle mit Bären
In Trentino-Südtirol leben mehrere Dutzend Braunbären in freier Wildbahn. Manchmal dringen sie in Wohngebiete vor und attackieren Nutztiere. Im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts war im Jahr 1999 ein Dutzend Bären aus Slowenien in die Region gebracht und ausgesetzt worden.

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