19.06.2020 16:26 |

80 Prozent Auslastung

Trotz Geisterrennen: Fans kommen nach Spielberg

Viele Motorsportfans lassen sich offensichtlich auch von „Geisterrennen“ nicht von einem Abstecher in die Steiermark abhalten. Die Hotels in und rund um Spielberg melden eine Auslastung von stolzen 80 Prozent.

Die Region Spielberg bereitet sich auf ungewöhnliche Motorsport-Wochen am und rund um den Red Bull-Ring vor. Für die beiden Formel 1-Rennen am 5. und 12. Juli sind etwa 80 Prozent der Hotel-Kapazitäten in der Region gebucht - der Großteil vom Formel 1-Tross, sagte Manuela Machner, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Spielberg, zur APA.

50.000 Camping-Nächtigungen fehlen
Doch rund 50.000 Camping-Nächtigungen fallen weg.
Machner unterstrich, dass die Campingplätze direkt am Ring-Gelände bzw. nahe des Rings geschlossen bleiben, und das trotz der Nachfrage nicht weniger Fans, die gerne zumindest die Motorsport-Stimmung in Nachbarschaft zur Rennstrecke erlebt hätten. Alle Jahre zählen die privaten Partys an den diversen Campingplätzen zu den außersportlichen Highlights der Rennwochenenden.

Eine gewisse Unsicherheit herrsche wegen der Anhänger momentan noch in der Region, denn es haben natürlich Campingplätze in etwas entfernterer Nachbarschaft zum Ring ganz normal geöffnet. „Wie die Fans letzten Endes dann agieren, kann nicht gesagt werden“, so die Geschäftsführerin, die nicht ausschließt, dass spontane private Public Viewings irgendwo stattfinden. Kommerziell geplante Public Viewings dürften wohl eher nicht stattfinden. Diese hätten eventuell mit begrenzter Gästezahl über die Bühne gehen können, doch die Vorlaufzeit dafür sei wohl zu gering gewesen.

Fans sind willkommen
Ähnliches gelte für Side-Events oder der sonst am Rennwochenende üblichen Konzerte. Nichts davon stehe vorerst am Programm.Sie kündigte auch gleich an, dass Fans nicht versuchen sollten, auf das Ring-Gelände zu gelangen, denn es werde bewachte Absperrungen geben. „Die Fans sind aber gerne in den Gastgärten in der Region willkommen und können dort vielleicht gemeinsam die Rennen verfolgen.“Für den Tourismusverband ergeben die knapp 50.000 wegfallenden Nächtigungen ein sattes Minus von rund 35.000 Euro - etwa 70 Cent pro Nächtigung. Noch schlimmer sei aber der Verlust für die Wertschöpfung in der Region. Diese gehe laut Machner in die Millionen Euro.

Benzin im Blut
Nichtsdestotrotz seien die Menschen in der Region „sehr froh, dass die Formel 1 kommt - noch dazu gleich 14 Tage“. Viele Betriebe vor Ort profitieren davon, können liefern und produzieren.„Die Leute leiden aber unter der Situation, dass keine Zuschauer zugelassen sind. Die Murtaler haben Benzin im Blut und sind mit dem Motorsport aufgewachsen. Bei ihnen ist der Bezug zum Motorsport ganz anders, als anderswo in Österreich“, meinte die Geschäftsführerin.

APA

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