26.04.2020 12:00 |

Wegen Corona

Für viele Paare läuten Hochzeitsglocken zweimal

Heiraten in Zeiten von Corona. Erstaunlich viele Tiroler sagen trotzdem „Ja“ - zumindest auf dem Standesamt. Hunderte kirchliche Trauungen sind verschoben. Ersatztermine werden rar.

Eva Pircher und ihr Bald-Ehemann Markus Gollner aus Absam haben sich entschieden. Nach mehr als einem Jahr Hochzeitsvorbereitungen wollen sie es wissen - Krise hin oder her. „Der 30. Mai, das war unser Termin. Wir haben uns jetzt entschlossen, die standesamtliche Hochzeit da auch abzuhalten. Es geht halt nur in kleinem Rahmen, aber das ist in Ordnung. Das kirchliche Fest mit unseren 160 Gästen haben wir auf Herbst verschoben. Da wollen wir mit Familie und Freunden feiern“, erklärt die Braut.

Jetzt zum Standesamt, später in die Kirche
Standesamt jetzt, Kirche später - die Absamer sind eines von vielen Tiroler Paaren, die diese Lösung für sich gefunden haben. Aus dem schönsten Tag im Leben werden so zwei schöne Tage gemacht. Im größten Standesamt des Landes unter dem Goldenen Dachl in Innsbruck kann der zuständige Referatsleiter Markus Tilly bestätigen, dass überraschend viele Paare trotz Krise heiraten: „Seit 17. April führen wir wieder Trauungen durch und kontaktieren alle Paare vor ihrem Termin. Erstaunlich viele können mit den Einschränkungen leben.“

Besondere Kulisse in der Innsbrucker Altstadt
Auf Live-Musik muss am Standesamt ebenso verzichtet werden wie auf großes Gefolge. Doch der besonderen Kulisse auf dem menschenleeren Platz vor dem Goldenen Dachl und dem Hochzeits-Accessoire Schutzmaske können einige Paare was abgewinnen. Tilly betont: „Ich persönlich vermisse, dass ich den Brautleuten nicht mit einem Händeschütteln gratulieren kann.“ Der Reflex ist immer da, hat doch Tilly in seiner bisherigen Amtszeit bereits mit 5000 Paaren per Handschlag deren Bund der Ehe besiegelt.

Ab Herbst wird es eng mit den Terminen
Eva Pircher und Markus Gollner müssen sich in Zukunft zwei Hochzeitstage merken. „Die kirchliche Trauung haben wir auf den 17. Oktober verschoben. Wir waren früh dran und haben noch einen Termin ergattert“, ist Pircher froh. Die Zusage für die Kirche in Absam ist wahrlich ein Glück. Viele Paare suchen derzeit einen Ersatztermin, weil sie nicht unter Ausschluss von Familie und Freunden vor den Altar treten wollen. Die Pfarrer bräuchten im Herbst zusätzliche Wochenenden. „Wir versuchen, den Paaren auch die Freitage schmackhaft zu machen. Aber für viele ist das keine Option, weil nicht alle Gäste frei haben“, kennt Pfarrer Franz Angermayer vom Seelsorgeraum Baumkirchen-Gnadenwald-Mils die Planungstücken.

Angermayer ist auch zuständig für eine der beliebtesten Hochzeitskirchen Tirols, St. Martin in Gnadenwald. Auch dort sind bereits die meisten Termine verschoben. Die frühlingshafte Bilderbuchkulisse bleibt derzeit ungenutzt. Und ob die Ersatztermine im Herbst halten, ist auch noch nicht gesagt.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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