30.03.2020 15:20 |

„Analyse abwarten“

Tirols LH Platter vorsichtig bei Lockerungen

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat sich hinsichtlich einer möglichen Lockerung der De facto-Ausgangssperre nach Ostern abwartend vorsichtig gezeigt. Man werde und müsse in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Bundesregierung eine „ganz genaue Analyse“ vornehmen, „welche Maßnahmen nach Ostern notwendig sein werden“, sagte Platter am Montag bei einer Videopressekonferenz.

Eine „verfrühte Aussage“ wolle er deshalb nicht treffen. Zu früh zu glauben, Einschränkungen zurückzunehmen, könne ein „fataler Fehler“ sein, so der Landeshauptmann: „Ich mahne zur Vorsicht“. Eine entscheidende Zeit für die Frage, ob die Intensivkapazitäten im Bundesland ausreichen werden, sah Platter in der kommenden Woche. Da könne es zu einer „schwierigen Situation“ kommen. Es werde sich zweifelsohne um eine „wichtige Woche“ handeln. In Tirol wurden am Montag vorerst 57 Corona-Patienten intensivmedizinisch betreut - um sieben mehr als am Sonntag. 53 würden beatmet, um fünf mehr als am Tag zuvor. „Die Lage verschärft sich“, so Platter.

„Wir sind am richten Weg“
Leider müsse man vorerst weiterhin überall eine Zunahme feststellen - auch was die Zahl der Neuinfektionen betrifft. „Aber wir sind am richtigen Weg“, betonte der Landeschef und begrüßte die am Montag von der Bundesregierung präsentierten Nachschärfungen ebenso wie seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Einmal mehr appellierte er an die Bevölkerung, den verordneten Einschränkungen Folge zu leisten und nicht dagegen zu verstoßen. In Tirol gilt neben der De facto-Ausgangssperre bis zum 13. April auch die sogenannte Vollquarantäne - Bürger dürfen nur in Ausnahmefällen von einer Gemeinde in eine andere fahren.

Verkürzung der Sommerferien?
Auch in Sachen Schulen glaubte Platter zumindest kurzfristig nicht an eine Normalisierung: „Ich glaube, dass das Regime rund um die Schulen auch nach Ostern gegeben sein wird“. Es werde nicht der Fall sein, dass dann „alles schon wieder normal sein wird“. Auf die Frage, ob man nicht notfalls eine Verkürzung der Sommerferien in Betracht ziehen müsse, meinte Tirols Bildungsdirektor Paul Gappmaier, dass derzeit von einer planmäßigen Beendigung des Schuljahres ausgegangen werde. Die Frage einer etwaigen Verkürzung werde aber diskutiert, räumte Gappmaier ein. „In ein, zwei Wochen“ werde man mehr sagen können.

Rund 200 Schüler werden betreut
Laut Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) nehmen derzeit rund 200 Schüler tirolweit die Betreuungsmöglichkeiten in den Schulen in Anspruch - von 60.000 Schülern insgesamt. In den Kindergärten seien es rund 190. „Die Maßnahmen greifen“, zeigt sich Palfrader trotz der schwierigen Lage zufrieden. Für die Osterferien hätten sich rund 1.500 Pädagogen bereit erklärt, einen „eingeschränkten Betrieb“ aufrechtzuerhalten. Indes setzt das Land auch Initiativen, was die Ausstattung mit E-Learning zu Hause betrifft. Am Dienstag soll ein sogenannter „Digi-Scheck“ für die Anschaffung von Hardware beschlossen werden.

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