Fragen & Antworten

FAQ zu Haustieren und Corona

Immer wieder erreichen uns Fragen zum Thema Haustiere und Coronavirus - vielen Dank dafür. Gerne greifen wir diese hier auf und beantworten sie.

Update 10. April: COVID-19 - keine Gefahr für und durch Haustiere

Eine Studie sagt, dass Katzen COVID-19 bekommen können. Kann sich meine Katze anstecken?
Es sind bis heute nur zwei Fälle von Infektionen bei Hauskatzen bekannt geworden, eine in Belgien und eine in Hongkong - im Vergleich zu inzwischen 1,7 Millionen bestätigter Infektionen beim Menschen. Und beide Katzen hatten engen Kontakt zu einem an COVID-19 erkrankten Menschen. Das Risiko, dass sich unsere Katzen anstecken, ist also verschwindend gering.

Und umgekehrt - kann ich mich bei meiner Katze anstecken?
Es gibt bisher keinerlei Hinweise darauf, dass unsere Haustiere COVID-19 auf den Menschen übertragen können. Die größte Gefahr einer Ansteckung besteht nach wie vor durch Tröpfcheninfektion bei direktem Kontakt mit einem infizierten Menschen.

Hunde können COVID-19 also nicht bekommen?
Hunde scheinen noch weniger anfällig für eine COVID-19-Infektion zu sein als Katzen. Bei den beiden bisher bekannt gewordenen Fällen - beide ebenfalls aus Haushalten mit an COVID-19 erkrankten Personen - dürften die Viren durch Schnüffeln der Hunde an kontaminierten Oberflächen rein mechanisch auf die Hundenase gelangt sein, wo sie nachgewiesen wurden. Eine echte Infektion der Hunde wurde noch nicht bestätigt.

Ich bin positiv auf Corona getestet oder vermute, dass ich das Virus haben könnte. Wie gehe ich mit meinem Haustier richtig um?
In diesem Fall sollten Sie - um Ihr Haustier ganz sicher nicht anzustecken - solange Sie krank sind intensiven Kontakt mit Ihrem Haustier so weit als möglich vermeiden (auch wenn es schwer fällt). Achten Sie noch mehr als sonst auf Hygiene und waschen Sie sich vor und nach Kontakt mit Ihrem Haustier Ihre Hände. Fürs Gassi-Gehen bei Hunden müssen Sie aufgrund der gesetzlichen Regelung ohnehin Freunde oder Hundesitter bitten dies für Sie zu tun. Diese sollten Einmal-Handschuhe und Masken tragen, intensiven Kontakt mit dem Hund meiden und sich vor und nach dem Ausgang gründlich die Hände waschen.

Darf ich mit meinem Hund noch raus/in den Wald/die Hundezone gehen, wenn ich dort Abstand halte oder alleine bin?
Das Ausführen von Hunden ist nach wie vor erlaubt. Wichtig ist, zu Fremden möglichst zwei Meter Abstand zu halten. Spaziergänge sollten alleine oder mit den Personen gemacht werden, die mit einem zusammenleben. Genau wie bei Joggern und anderen Spaziergängern gilt, die öffentlichen Verkehrsmittel dürfen nicht benutzt werden, um an sein Reiseziel zu kommen.

Wer kümmert sich um Listenhunde von Personen in Quarantäne, wenn kein Notfallkontakt mit Hundeführschein im Bekanntenkreis verfügbar ist?
Muss der Besitzer eines Listenhundes in Quarantäne, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, eine Betreuung, z.B. in Form eines Hundesitters oder eine vorübergehende Unterbringung in einer Tierpension, sicherzustellen. Wichtig zu beachten: Listenhunde dürfen nur von Personen im Besitz eines Hundeführscheins und Maulkorb und Leine ausgeführt werden!

Haben Tierfutter-Geschäfte weiterhin offen?
Genauso wie Supermärkte und Apotheken bleiben auch Futtermittel-Geschäfte geöffnet. Mehr dazu lesen Sie auch in diesem Artikel.

Sind Tierarzt-Praxen weiterhin geöffnet?
Auch Tierarztpraxen bleiben geöffnet. Jedoch bitte nur in Notfällen besuchen und vorher telefonische Absprache halten.

Aber es gibt doch Coronaviren bei Tieren auch?
Das derzeitige Coronavirus ist nicht dasselbe Virus, das bei unseren Haustieren auftritt!

Das Feline Coronavirus tritt zum Beispiel nur bei Katzen auf. Menschen sind Überträger, spüren aber selbst keine Symptome. Typische Anzeichen für eine milde Form der Erkrankung (FECV) sind Durchfall, Fieber, Appetitlosigkeit und Schnupfen. Zehn Prozent der Katzen entwickeln eine schwerere Verlaufsform (FIP), die sich durch eine Bauchfellentzündung zeigt und ernst genommen werden sollte.
Beim Hund kann es zu einer Ansteckung mit dem Virus (CCoV), dem Caninen Coronavirus, kommen. Magen-Darm-Beschwerden treten dann auf.
Um welche Form des Virus es sich auch immer handelt: Chronisch kranke oder immungeschwächte Tiere haben immer einen schwereren Krankheitsverlauf als gesunde.

Diese Erkrankungen werden durch bestimmte Formen des Coronavirus ausgelöst, die aber nichts mit unserem COVID-19 zu tun haben.

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Zur Beantwortung der folgenden Fragen haben wir uns Unterstützung geholt und bei Prof. Norbert Nowotny, Virologe an der VetMedUni Wien, nachgefragt.

Können sich Haustiere mit COVID-19 anstecken oder dieses übertragen?
In seltenen Fällen stecken sich Hunde und Katzen bei ihren Besitzern mit dem Virus an - gemeldet wurde dies aus Hong Kong und Belgien. Meistens haben Vierbeiner aber keine Beschwerden. Es ist auf die (auch sonst übliche) Hygiene beim Umgang mit Tieren zu achten.

Aber können Freigänger-Katzen und Hunde beim Spazierengehen das Virus draußen auf Schnauze oder Pfoten aufnehmen und so in die eigenen 4 Wände tragen? Und können sie das Virus dann beim Kuscheln übertragen?
Grundsätzlich besteht bei COVID-19 durch Tröpfcheninfektion (ähnlich wie bei der Grippe) die größte Ansteckungsgefahr. Das Coronavirus verfügt über eine Fetthülle und lässt sich durch Seifenwasser recht gut auflösen - daher auch die Empfehlung, ausgiebig Hände zu waschen.

Dass Tiere das Virus auf Wegen und Wiesen aufnehmen, ist sehr unwahrscheinlich.
Wenn Sie aber auf Nummer Sicher gehen wollen, dann waschen Sie die Pfoten Ihrer Haustiere nach der Gassi-Runde mit einer sanften Seifenlösung. Falls Ihr Hund Wasser und Shampoo nicht völlig ablehnt, können Sie ihn auch ein wenig öfter als sonst baden. Verwenden Sie dazu bitte mildes Hundeshampoo und greifen Sie zu diesem Mittel dann, wenn sich der Hund z.B. ausgiebig in der Wiese gewälzt hat.

Bitte waschen Sie keinesfalls Nase und Schnauze mit Seife und verwenden Sie kein Desinfektionsmittel bei Ihren Tieren!

Darf ich älteren Personen mit Hunden anbieten, diese Gassi zu führen, um sie in dieser Situation zu unterstützen?
Auf alle Fälle, wir müssen jetzt Solidarität zeigen, vor allem auch mit unseren älteren Mitmenschen. Wir empfehlen, bei Übernahme des Hundes zumindest zwei Meter Abstand zum Hundebesitzer zu halten.

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Donnerstag, 24. September 2020
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