Selbst hergestellt

„Verkaufen 10 Liter Desinfektion am Tag“

"Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen", appelliert Ursula Krepp, Sprecherin der Reinigungsunternehmen bei der WKOÖ. Damit meint sie aber nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern spricht vor allem die Kunden an. Viele Apotheker produzieren bereits ihr eigenes Desinfetkionsmittel.

 „Es ist ein Zusammenspiel. Beachten alle die angebrachten Hygienemaßnahmen, so gibt es keinen Grund zur Panikmache. Unsere Mitarbeiter arbeiten alle nur mit Einweghandschuhen und werden gebeten, jeden kleinsten Verdachtsfall zu melden“, so Krepp. „Es gibt auch keinen Lieferengpass. Bei einer normalen, guten Reinigung haben wir überhaupt kein Problem. Das Einzige, was aktuell vergriffen ist, ist das Händedesinfektionsmittel“, erklärt Krepp weiter.

Not macht erfinderisch
Mit diesem Problem haben auch viele Apotheker aktuell zu kämpfen. Aber Not macht erfinderisch. „Wir stellen jetzt unser eigenes Desinfektionsmittel her. Verkaufen zur Zeit so viel wie sonst in 20 Jahren“, weiß Apotheker Bertram Hagen von der Föhren-Apotheke in Wels. Und so ein selbst gemachtes Mittel ist gar nicht schwer zu machen. „Es gibt eine offizielle WHO-Empfehlung auf einer Ethanol Basis“, erzählt Hagen. Für zehn Liter braucht der Apotheker rund eine halbe Stunde.

70 Liter „Wundermittel“ hergestellt
Bereits 70 Liter Desinfektionsmittel stellte Hagen mit seinen Kollegen schon her. Und so schnell wie er es produziert, so schnell ist es auch wieder vergriffen. „Mich haben bereits Banken kontaktiert, die auf jedem Schalter ein Mittel stehen haben wollen. Erst am Mittwoch hat mich eine Kinderärztin nach einem weiteren Spender gefragt.“ In Summe gingen in den letzten Tag täglich zehn Liter des „Wundermittels“ über den Tresen. Für Nachschub ist gesorgt, dass viel größere Problem ist, das die Gebinde langsam ausgehen.

„Leider spielen viele mit der Angst der Leute“
Für ein Phänomen hat der Welser aber überhaupt kein Verständnis: „Es gibt leider Kollegen, die Desinfektionsmittel oder andere Hygieneartikel relativ teuer verkaufen und jetzt das große Geschäft wittern.“ Es gibt aber keinen Grund, gleich in Panik zu verfallen, wenn man kein Desinfektionsmittel bekommt. Einfach fleißig Hände waschen!

Philipp Zimmermann, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 21. Oktober 2020
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