05.03.2020 10:59 |

Umweltschutz

Protest soll Osttiroler „Flussheiligtum“ schützen

Das Schutzgebiet entlang der Isel-Zuflüsse Kalser Bach, Schwarzach und Tauernbach könnte bald Geschichte sein. Kraftwerkspläne bedrohen, wie berichtet, Flora und Fauna. WWF und lokale Umweltschutzaktivisten verhüllten am Dienstag die Infotafel zum „Flussheiligtum Kalser Bach“ mit einem Warnhinweis: „Die Politik soll endlich einen wirksamen Schutz für die Isel schaffen!“

Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat sich bereits 1998 verpflichtet, die Isel-Zuflüsse „als Naturerbe für kommende Generationen dauerhaft vor allen Eingriffen zu schützen“. Das scheint mittlerweile wohl in Vergessenheit geraten zu sein.

Rund um den Nationalpark Hohe Tauern und das Natura-2000-Gebiet der Isel sind - wie berichtet - gleich mehrere Kraftwerke geplant. „Werden die Kraftwerkspläne umgesetzt, kann von Flussheiligtum keine Rede mehr sein’“, warnt Marianne Götsch vom WWF. Gefährdeten Tier- und Pflanzenarten drohe dann das sichere Ende. Mit der Protestaktion am Dienstag wollen die Umweltschützer die Politik endlich zum Handeln zwingen und fordern einen runden Tisch.

Kraftwerke in Osttirol
Wolfgang Retter vom Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol: „Erst wurde das Kraftwerk Lesachbach mittels politischer Weisung bewilligt, dann nach unzureichender Prüfung der Ausbau des Kraftwerks Schwarzach und als nächstes droht eine neue Anlage am Kalser Bach. Es ist ein Skandal, dass trotz Schutzgebiet ein Kraftwerk nach dem anderen durchgewunken wird.“

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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