19.07.2010 15:49 |

Spur der Verwüstung

20 Minuten Hagel sorgt für Millionen-Schäden in Tirol

Mit ungewöhnlich hohem Tempo ist am Samstag eine Gewitterfront mit Sturm, Hagel und Starkregen quer durch Tirol gezogen. Der Spuk dauerte an den einzelnen Orten meist nur rund 20 Minuten, hinterließ aber eine Spur der Verwüstung mit Millionenschäden. Häuser wurden abgedeckt, Keller überschwemmt, Straßen vermurt, Gemüsefelder vernichtet. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Meteorologen hatten das Unwetter fast auf die Stunde genau vorhergesagt. Vom Außerfern kommend breitete sich die Gewitterfront über den Großraum Innsbruck ins Unterland aus, wo besonders die Region rund um Kirchbichl und von Kitzbühel bis Jochberg betroffen waren. Erst in den späten Abendstunden hatte es die Front dann auch über die Alpen bis nach Osttirol geschafft und dort mit Blitzeinschlägen für erheblichen Sachschaden gesorgt.

Bericht und Bilder zu den Unwettern im Raum Innsbruck und Oberland siehe Infobox!

Allein in der Tiroler Landwirtschaft entstand ein Gesamtschaden von rund zwei Millionen Euro, wie die Hagelversicherung mitteilt. Betroffen davon hauptsächlich der Raum um Innsbruck sowie der Raum Kitzbühel. Experten waren am Sonntag den ganzen Tag unterwegs, um das Ausmaß zu erheben, damit den Betroffenen rasch geholfen werden kann. Die ungewöhnlich starken Niederschläge konnten vielerorts von den Kanalsystemen nicht aufgefangen werden. Neben vielen Privathäusern waren auch Institutionen wie die Klinik Innsbruck betroffen. Dort kam es an mehreren Stellen im Untergeschoß zu Wassereintritten, die Patientenversorgung sei aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.

Wasser in Landesmuseum-Bibliothek
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Direktor Wolfgang Meighörner im Gespräch mit der "Krone": "Das Wasser staute sich im Hof und drang über das Erdgeschoß in den Keller und damit in die Bibliothek ein. Rund 25 Kubikmeter Bücher waren betroffen. Nach einem 2007 ausgearbeiteten Notfallplan wurden die wertvollen Stücke von 35 Mitarbeitern in Kisten verpackt und in ein Kühlhaus nach Hall abtransportiert. Dort werden sie bis zur Restaurierung eingefroren."

In Kirchbichl wurden 20 Häuser abgedeckt
Besonders vom Unwetter betroffen war der Raum Kirchbichl. Dort wurden 20 Häuser durch den Sturm schwer beschädigt. Laut Polizei wurden Dachstühle heruntergerissen, sie kamen "erst in beträchtlicher Entfernung vom jeweiligen Objekt zu liegen". Auch Bäume knickten wie Zündhölzer um, Unterführungen wurden überflutet, Straßen unterspült. Gegen 22.10 Uhr schlug dann auch noch ein Blitz in ein Haus ein, wodurch eine angrenzende Scheune in Brand geriet.

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone

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