18.01.2020 11:30 |

Bundesheer-Pläne

Modernisierung in Lizum: Deutsche sollen helfen

Diese interne Infoveranstaltung schien schief gelaufen zu sein: Vor Kaderpersonal in Innsbruck soll ein Verkauf des Truppenübungsplatzes Lizum-Walchen an die deutsche Bundeswehr angesprochen worden sein. Die „Krone“ konfrontierte damit das Verteidigungsministerium, aus dem es heißt: Definitiv kein Verkauf, aber die Deutschen sollen bei der Modernisierung mitzahlen.

In der Innsbrucker Conrad-Kaserne gab am Donnerstag ein Oberst einen Ausblick auf das Jahr 2020. „Dabei war von einem Verkauf der Lizum oder zumindest den Gebäuden die Rede – und dass die Verhandlungen schon weit gediehen sind“, schilderte ein Teilnehmer gegenüber der „Krone“. Das Kaderpersonal habe diese Neuigkeit mit ungläubigem Kopfschütteln quittiert, zu einer Diskussion mit dem Referenten sei es an diesem Tag aber nicht gekommen. Größte Befürchtung: Man wäre dann am eigenen Übungsplatz, der mit rund 50 km² der zweitgrößte in Österreich ist und wo Tausende Soldaten pro Jahr trainieren, nur mehr Gast.

Verstärkte Kooperation anstatt eines Verkaufs
Bei der Nachfrage im Verteidigungsministerium zeigte sich, dass die deutsche Bundeswehr sehr wohl eine wichtigere Rolle in der Lizum spielen könnte. „Ja, die Kooperation soll ausgeweitet werden“, bestätigte Ministeriumssprecher Oberst Michael Bauer.

Verkauf wegen Neutralität unmöglich
Von einem Verkauf könne aber allein schon wegen der österreichischen Neutralität keine Rede sein. Bauer: „Ausländische Soldaten üben zwar dort im Gebirge, so wie wir beispielsweise die ABC-Abwehr in Tschechien üben. Ein ständiger Aufenthalt ausländischer Soldaten ist aber nicht erlaubt.“

Investitionen in Funk und Schießanlage
Das notorisch klamme Bundesheer will in der Lizum vor allem in ein neues Funksystem, in Informationstechnologie und in das digitale Leitungsnetz investieren. Das Lager Lizum liegt auf 1995 Meter Seehöhe, das Lager Walchen auf 1410 Meter. „Vieles stammt noch aus den 1980er Jahren. Auch die Schießbahnen müssen modernisiert werden“, erklärt Bauer. Betroffen sei aber vor allem das Innenleben der Gebäude.

Kein Zeitplan
Einen Zeitplan für die Investitionen und eine endgültige Entscheidung über die mögliche Beteiligung der Deutschen kann das Verteidigungsministerium derzeit noch nicht nennen. Ebenso wenig die Kosten der Modernisierung. Klar ist, dass die frisch gebackene Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eingebunden wird.

Andreas Moser
Andreas Moser
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