13.01.2020 06:00 |

500 Meter abgestürzt

Alpinistin hatte nur noch 28 Grad Körpertemperatur

Das Wetter war traumhaft, doch oben am Hochschwab in der Steiermark erlebten am Samstag drei tschechische Alpinisten die Hölle! Ein starker, eisiger Wind wehte, die Steilhänge waren spiegelglatt. Plötzlich rutschte eine 31-Jährige aus und stürzte 500 Meter ab. Sie wurde gerade noch lebend geborgen - mit Brüchen und gefrorenen Armen. Die 31-Jährige hatte nur noch 28 Grad Körpertemperatur. Lebensgefahr!

Am frühen Nachmittag erreichten die drei Alpinisten den 2277 Meter hohen Hochschwab, doch dort wehte ein starker, eisiger Wind. Daraufhin marschierte das Trio unterhalb des Gipfels zurück, geriet dabei auf die sogenannte Schwabenleiten in einen bis zu 60 Grad steilen Hang. „Dieser Hang war vereist, die Tourengeher hatten mit ihren Schneeschuhen keine Chance“, berichtet Johann Püreschitz von der Alpinpolizei, „dann ist das furchtbare Unglück geschehen.“

Schreiend in die Tiefe gestürzt
Eine 31-Jährige rutschte vor den Augen ihrer Begleiter, 30 und 31 Jahre alt, aus und stürzte schreiend in die Tiefe. Wohin, das wusste niemand. Panik machte sich breit, um 17.30 Uhr landete der Notruf eines Tschechen in der Landesleitzentrale der Polizei. Er konnte nur mitteilen, dass etwas Schreckliches passiert war, wusste aber nicht, wo er sich gerade befand. Dann riss das Gespräch ab. Da er im Handy eine Notfall-App installiert hatte, konnte anhand der gesendeten Koordinaten sein Standort lokalisiert werden.

Zwei Männer entdeckt, aber wo war die Frau?
22 Bergretter und drei Alpinpolizisten machten sich auf den Weg, zwei Hubschrauber - vom ÖAMTC und der Polizei - kreisten über dem Gebiet. Im Mondschein wurden bald die beiden Tschechen entdeckt. Zitternd vor Angst standen sie seit Stunden auf dem Hang. Einer von ihnen hatte nur noch eine Körpertemperatur von 31 Grad, hätte jeden Moment das Bewusstsein verloren und wäre wohl auch in die Tiefe gestürzt.

Von der Frau fehlte vorerst jede Spur, die Wärmebildkamera an Bord des Helikopter erfasste sie nicht. Also machten sich die Retter auf die Suche. Aber wo? In dieser prekären Lage war für die Einsatzmannschaft die Erinnerung eines Kameraden mehr als hilfreich.

Hundschuhe und Mütze verloren
Denn fast an derselben Stelle war am 7. Februar 2011, einem Montag, ein heute 46-jähriger Steirer auf einer Eisplatte ausgerutscht und 200 Meter abgestürzt. Dort, wo ihn damals die Retter fanden, wurde nun gesucht. Mit Erfolg: Um 20.20 Uhr entdeckten Bergretter die bewusstlose 31-Jährige. Die Arme waren gefroren, sie hatte zahlreiche Brüche erlitten, Handschuhe, Mütze und Rucksack verloren. Die Körpertemperatur betrug kritische 28 Grad. Die Frau wurde in lebensgefährlichem Zustand geborgen und ins Spital gebracht.

Manfred Niederl
Manfred Niederl
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